Schreib den ersten Satz so,
dass der Leser unbedingt auch den zweiten lesen will.
William Faulkner
Georges Simenon wurde 1903 in Lüttich geboren. Simenon arbeitete zu Beginn als Lokalreporter bei der "Gazette de Liége", wo er für Prozessberichte und eine Klatschspalte verantwortlich war.
1920 wurde unter seinem Pseudonym Georges Sim sein erster kleiner Roman "Au Pont des Arches" veröffentlicht, der sich auf humorvolle Art mit Lütticher Sitten befasst. 1923 heiratete er in Paris Régine Renchon, eine junge Malerin. Ab 1925 verdient er recht gut mit dem Schreiben von Groschenromanen für den Verleger Tallandier. Simenon ist ein unermüdlicher Schreiber: Pro Jahr schreibt er etwa 100 Kurzgeschichten, die er weiterhin unter verschiedenen Pseudonymen veröffentlicht, da er sich noch nicht als vollwertigen Schriftsteller betrachtet.
Den ersten seiner Romane, "Le roman d'une dactylo", schrieb er an einem Vormittag im Sommer 1924 auf einer Café-Terrasse. Ein Tempo übrigens, das er zeitlebens hält; für ein Manuskript braucht er oft lediglich acht bis zehn Tage.
1927 wird er Alleinherausgeber und Redakteur der Zeitschrift "Le Merle blanc", jedoch ohne großen Erfolg. Seine berühmteste Figur, der Pfeife rauchende Kommissar Maigret, taucht 1930 zum ersten Mal in einer Erzählung auf. Mit seinem erster Maigret-Roman wird ein Jahr später erstmals ein Buch unter seinem richtigen Namen veröffentlicht. Maigret wird insgesamt 85 Mal bei Kriminalfällen aktiv werden.
Nach dem Krieg siedelt er mit seiner Familie nach Amerika um, wo 26 Maigret-Erzählungen entstehen. Seine zweite Frau Denise heiratet Simenon 1950 nach der Scheidung von Régine. Zehn Jahre nach der Übersiedlung kehrt er zurück nach Frankreich. Den Lebensabend verbrachte Simenon in der Schweiz. 1989 stirbt er in Lausanne, nachdem ein Jahr zuvor seine Beine und ein Arm durch eine Gehirnblutung gelähmt wurden. Seine Asche wurde unter der Zeder in seinem Garten in Lausanne verstreut.
Simenons Werke wurden in mehr als 50 Sprachen übersetzt. Über fünfzig seiner Romane wurden verfilmt. Nach schlechten Kritiken seiner letzten Bücher gab Simenon 1973 bekannt, dass er keine Roman mehr schreiben wolle. Seine literarischen Archive schenkte er daraufhin der Universität Lüttich, wo Professor Maurice Piron einen Simenon-Fonds und ein Simenon-Forschungszentrum gründete. Sein Lebenswerk umfasst mehr als 400 Romane.