Glaub ja nicht, Leser, dass dieses Buch dich aus den Augen verliert.
unbekannt
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ISBN-10: 3-293-00337-0 |
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Als Junge träumt Ibn Fattuma davon, es den großen Reisenden gleich zu tun und die ganze Welt zu erforschen. Als Erster wollte er bis zum sagenumwobenen Gaballand vordringen, von dem niemand genau weiß, wo es liegt. Den erwachsen gewordenen Ibn Fattuma treiben schließlich nicht die Abenteuer- und Entdeckerlust in die Welt hinaus, sondern Liebeskummer. Er schließt sich einer Handelskarawane an und hofft, auf dem langen Weg durch die Wüste seine Enttäuschung zu vergessen. Doch die Reise in fremde, heidnische Länder mit ihren unbekannten Sitten und Gebräuchen wird immer mehr zu einer Begegnung mit sich selbst und fürht ihn zu den Grundlagen des Seins.
Originaltitel: Rihlat Ibn Fattuma (1983)
Ibn Fattuma flieht nach einer missglückten Ehewerbung aus seiner Heimat und geht mit einer Karawane auf Reisen. Er besucht die früheren Reiseziele seines Lehrmeisters, um Abstand zu gewinnen und, wie er sagt, Erkenntnisse zu sammeln und diese bei seiner Rückkehr seinem Land zugute kommen zu lassen. Er findet staatliche Organisationen, die jeweils in vielen Punkten besser sind als die zuvor besuchte. Aber trotz seines privaten Familienglücks, das er in zwei der Länder findet, ist nichts von Dauer. Kriege zwingen ihn, seine Familie aufzugeben oder das Land zu verlassen. Je höher entwickelt ein Land ist, umso drakonischer fallen die Strafen für Falschverhalten aus und auch Ibn Fattuma muss irgendwann ins Gefängnis. Erst bei seinem vierten Reiseziel und nach vielen Jahren kommt er in die Nähe eines Landes, das alle Ideale unter sich zu vereinen scheint: Das Gaballand. Nichts Genaues ist bekannt, es gibt kaum Berichte, aber jeder möchte hin und dort die ideale Gesellschaft finden. Der Weg dorthin allerdings beginnt mit einem seltsamen Ritual.
Machfus macht mit diesem Buch nachdenklich. Er schickt seinen Ibn Fattuma auf eine Reise, die ihm keine Erleuchtung bringt, keine Weisheit, keine Ruhe. Sondern viel Nachdenken. Jedes Land, das er bereist, stellt Herausforderungen bereit und seinen bekannten Wertekodex infrage. Machfus gibt keinem Land den Vortritt, sondern zeigt nachdrücklich, dass Freiheiten ihren Preis haben. Ibn Fattuma muss erleben, dass seine Heimat offen infrage gestellt wird und auch er selbst beginnt, Schattenseiten zu erkennen.
Machfus benutzt einen sehr reduzierten Erzählstil. Alles, was mit dem Thema Ideologie/Staatsorganisation zu tun hat - Gespräche, Diskussionen, Schilderungen - sind ausführlich genug, um einen Eindruck von der staatlichen Situation zu geben und Denkanstöße zu liefern. Dafür fallen zu Fattumas Ibn Privatleben und zur Zeitskala der Erzählung sehr wenig Worte. Alles in allem ein sehr interessantes Buch, das nicht mit Umblättern der letzten Seite verdaut ist.