Glaub ja nicht, Leser, dass dieses Buch dich aus den Augen verliert.
unbekannt
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ISBN-13: 978-3-60893-703-9 |
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Der Gelegenheitsdieb Tiny Darling wird von seiner Frau Louise nach sieben Jahren Ehe vor die TĂŒr gesetzt. Sie beginnt eine AffĂ€re mit dem örtlichen Sheriff Dan Norman, einem einfachen Mann mit starken Prinzipien, dem die Machenschaften Darlings schon lange ein Dorn im Auge sind. Doch nicht nur sein Job, auch die Beziehung mit der undurchschaubaren Louise rauben dem GesetzeshĂŒter den Schlaf. Als Louise schlieĂlich eine Fehlgeburt erleidet und Tiny Darling Dans Wiederwahl mit seinen kriminellen Intrigen vereiteln will, muss der Sheriff endlich handeln â die Frage ist nur, wie.
Originaltitel: The end of vandalism (1994)
Deutsche Erstveröffentlichung: 2010
Schauplatz: Grouse County, USA
Mit "Das Ende des Vandalismus" hatte ich ein Buch in den HĂ€nden, das mir ausgesprochen gut gefallen hat - und wo ich dennoch keinen auĂergewöhnlichen AufhĂ€nger habe, um zu sagen, warum. Denn um ehrlich zu sein: Grouse County ist eine verschlafene Ecke und in Grafton, wo Louise und Dan wohnen, leben gerade einmal ungefĂ€hr 300 Menschen. Es passiert nichts Aufsehenerregendes, nichts Besonderes; Grouse County lebt, liebt, bastelt, stimmt ab, berĂ€t, organisiert und arbeitet einfach jeden Tag, wie man es an den anderen Tagen im Groben und Ganzen auch tut. Darauf muss man sich einlassen können, dass die Zeit in Grouse County irgendwie anders zu ticken scheint. Am Ende des Buchs hat man nicht einmal eine Ahnung davon, wieviel Zeit die ErzĂ€hlung eigentlich ĂŒberspannt.
Was das Buch zu etwas Besonderem gemacht hat, waren eindeutig die Auswahl der Personen und die Sprache.
Bei Drury kommen nur ganz alltĂ€gliche Dinge vor und weil er sich darauf beschrĂ€nkt, bekommen diese vermeintlichen Belanglosigkeiten die Hauptrolle. Eine Scheune brennt ab, Dan pinselt sich fĂŒr die Wahl seine Plakate selbst, fĂŒr Veranstaltungen werden Unmengen an Kuchen herangekarrt und eine TĂ€nzerin trĂ€umt von Kalifornien. FĂŒr ein Findelkind wird eine Sammelaktion gestartet, Louise trĂ€gt Zeitungen aus, man geht Enten schieĂen und irgendwer klaut AckergerĂ€tschaften. Bei einer Abstimmung im Gemeindessal kann man gleich noch ĂŒber selbstgebastelte Futterspender informieren und selbst Strafen fĂŒr SchĂ€den am Wasserturm werden gĂŒnstiger, wenn auf beiden Seiten richtig verhandelt wird.
Man kennt sich im County und bei einem Verkehrsunfall, zu dem Dan gerufen wird, tauschen er und die Polizistin der Nachbarstadt erst einmal die persönlichen Informationen aus. Sheila gratuliert zur Hochzeit, erinnert sich daran, dass es bereits Louises zweite Hochzeit ist und dass das Unfallopfer Kleeborg die Fotos fĂŒr das Jahrbuch an der Highschool gemacht hat. Erst pflegt man die Bekanntschaft und danach widmet man sich dem auswĂ€rtigen, nicht gestĂ€ndigen Unfallfahrer, der es gewagt hat, eine lokale Bekanntheit anzufahren. Das pralle Leben findet woanders statt; in Grouse County zentrieren sich die Höhepunkte des Jahres um die TheaterauffĂŒhrungen der Schule oder die Blutspendetermine.
Dröge aber wird es auf keiner Seite, weil Drury die Kunst beherrscht, nur soviele Worte zu benutzen, die fĂŒr die Personen oder Ereignisse auch wirklich nötig sind. Genau das macht den Charme aus. Dabei kommt so manches unfreiwillig schrĂ€g an, weil Drury ganz lakonisch und schlicht erzĂ€hlt, was seine Protagonisten treiben und diese selbst fĂŒr Komik sorgen. Sie reden aneinander vorbei oder kommentieren ihre Ideen in völlig unpassenden Momenten. Mehr Aberwitz steckt auch in einer Komödie nicht, dafĂŒr berĂŒhrt und bewegt die Geschichte aber auch viel stĂ€rker. Ein bisschen Grouse County erkennt der eine oder andere vielleicht wieder.