Schreib den ersten Satz so,
dass der Leser unbedingt auch den zweiten lesen will.

William Faulkner

Das Buch

Horst Eckert - 617 Grad Celsius

ISBN-10: 3-894-25297-9

Über den Autor
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Kurzbeschreibung / Klappentext

Der Mord an dem jungen Maler Daniel, der wie ein Bruder fßr sie war, bringt die Welt der Kripobeamtin Anna Winkler ins Wanken. Trotzdem gelingt es ihr, zur Verurteilung des Täters beizutragen. Ein Jahr später explodiert ein Wohnhaus, es gibt Tote - an der Gasleitung wurde manipuliert. Als die Identität der Opfer feststeht, erkennt Anna, dass sie den Mord an Daniel neu ßberdenken muss: Die beiden Fälle hängen zusammen. Und bald deutet eine Spur nicht nur auf ihren Onkel Uwe Strom, der als Ministerpräsident vor der Wiederwahl steht. Auch Annas eigener Vater, frßher selbst bei der Polizei und jetzt Landtagsabgeordneter, scheint ein dßsteres Geheimnis zu hßten.

Erstveröffentlichung: 2005
Schauplatz: DĂźsseldorf

Mein Leseeindruck

617 Grad Celsius war ein Buch der anderen Art: Keine typische Serienheldin, keine einzige Person mit lupenreiner Weste, aber dafßr ein Buch, das dadurch viel näher an der Wahrheit zu liegen scheint. Dem Buch wird das saloppe Wort Krimi nicht gerecht, sondern der Begriff Kriminalroman, denn es geht um wesentlich mehr als nur die Aufklärung eines Verbrechens.
Anna Winkler muss nach ihrer Rßckkehr von einem Einsatz in Bosnien nicht nur in den Dßsseldorfer Polizeialltag einsteigen, sondern bekommt im Lauf der Geschichte immer mehr Scherben vor die eigene Haustßr geräumt, die es zu fegen gilt. Keine leichte Aufgabe, denn in der eigenen Familie und bei den engsten Freunden wurden in der Vergangenheit rßcksichtslos eigene Interessen verfolgt und Anna wurde eine schwer zu verdauende Bßrde hinterlassen - zumal diese mit dem Fall zusammenzuhägen scheint.

Das Buch startet mit drei wechselnden Zeitebenen, die das aktuelle Geschehen und deren Vorgeschichten langsam aber sicher in Zusammenhang bringen; so clever ineinander verknüpft und jeweils nur so kurz, dass die eigenen Ahnungen und die eigene Neugier ganz von alleine dafür sorgen, dass man fasziniert weiterliest. Dabei muss man aufpassen, denn viele Informationen stecken in knappen und kurzen, fast nebensächlich wirkenden Sätzen. Eckerts Stil lebt von treffend ausgesuchten Handlungen, die den Plot sowie die Gedanken- und Gefühlswelt der Personen gleichermaßen präzise beschreiben und erklärenden Zusatztext überflüssig machen.

Mich beeindruckte zudem die kontinuierliche Entwicklung aller Personen. Alle Personen tragen je nach ihrer beruflichen und privaten Funktion immer wieder zur Handlung bei und sind dabei konsequent zu Ende gedacht. Dieses Gesamtbild verzeiht dann auch, dass ich eine zunächst als zu konstruiert auffällende Verknßpfung am Schluss doch schlßssig und folgerichtig fand.

Meine Bewertung