Glaub ja nicht, Leser, dass dieses Buch dich aus den Augen verliert.
unbekannt
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ISBN-10: 3-404-15728-1 |
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Hörbuch Ein Toter wird im Kleifarsee bei Reykjavik entdeckt. Nach einem Erdbeben hatte sich der Wasserspiegel gesenkt und ein menschliches Skelett sichtbar werden lassen. Es ist an ein russisches Sendegerät angekettet. Ein natürlicher Tod ist ausgeschlossen. Wer ist der Ermordete? Erlendurs Ermittlungen führen ihn in längst vergangene Zeiten. Isländer, die von einer gerechteren und besseren Welt träumten, gingen in den 60er Jahren oft zum Studium in die ehemalige DDR. Einer von ihnen gerät unter Verdacht.
gelesen von Frank Glaubrecht
Dieses Buch erhält 2003 die Auszeichnung "Gläserner Schlüssel" der Skandinavischen Krimigesellschaft und 2005 den CWA Gold Dagger.
Originaltitel: Kleifarvatn (2004)
Deutsche Erstveröffentlichung: 2005
Schauplatz: Island
Ein Indriðason lasse ich nie lange liegen. Auch "Kältezone" gelangte so schnell wie möglich in den CD-Player: Bei Kommissar Erlendur erhält ein ungeklärter, lange zurĂĽck liegender Mord immer viel Aufmerksamkeit. Nicht immer zur Freude der Kollegen, die sich ĂĽber die Ermittlungsfreude an alten Skeletten nur wundern können. Gerade bei Fällen, zu denen nach langer Zeit schwer Zugang zu finden ist, gelingt es Erlendur jedoch, alte Fäden neu zu verknĂĽpfen oder ehemals aufmĂĽpfigen Zeugen verblĂĽffende Neuigkeiten zu entlocken.
Die HintergrĂĽnde zur Ermordung liegen weit zurĂĽck und Indriðason bringt uns zurĂĽck in die Zeit der DDR, als politisch engagierte Studenten aus verschiedenen Ländern dort studierten, um ebensoviel politische Bildung wie einen Studienabschluss in ihre Heimat mit zurĂĽck zu nehmen. Problematisch allerdings wurde es, wenn die Studenten aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen Zweifel an der ihnen gelehrten Politik zeigten. Ausweisung und Aberkennung des Studiums war die harmlose Reaktion auf mangelhafte Linientreue. Die Protagonisten hier, darunter zwei Isländer, lernen eine viel bösartigere Seite kennen und daraus speist sich Jahre später der Anlass fĂĽr einen Mord aus Verzweiflung. Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt, die sowohl einen Einblick in die aktuellen Ermittlungen als auch die damaligen Vorkommnisse ermöglichen. Zwar ist "Kältezone" ein Krimi der ruhigen Sorte, aber die Szenen aus der DDR gehen an die Nieren. Ein bitteres LehrstĂĽck Geschichte.
Das Privatleben Erlendurs spielt im Roman eine kleine Rolle. Er berichtet über den schwierigen Kontakt zu seiner drogenabhängigen Tochter und über den plötzlichen Kontakt zu seinem Sohn, der sich bei ihm sonst nie blicken lässt. Zwar hat die Familie Erlendurs mit der Handlung nichts zu tun, aber irgendwie scheinen bei diesem Fall alle mit verlorenen Angehörigen und der Suche nach ihnen zu tun zu haben - auch im übertragenen Sinn.