Schreib den ersten Satz so,
dass der Leser unbedingt auch den zweiten lesen will.
William Faulkner
|
ISBN-10: 3-499-24300-8 |
Über den Autor Bestellen bei |
Eine Vertretungsstelle führt Maria Kallio zurück in ihr Heimatdorf Arpikylä. Die Kommissarin stellt sich auf einen ruhigen Sommer ein, doch schnell steht sie vor einem rätselhaften Fall: Die Künstlerin Meritta stürzt nach der Eröffnung eines Bergwerksmuseums vom Turm der stillgelegten Kupfermine. Bald darauf wird auch ihr Bruder ermordet aufgefunden. Ein Reihe von Leuten aus dem Ort hätte sicher ein Interesse an Merittas Tod gehabt. Unangenehm ist Maria die Erkenntnis, wie gut sie sich mit den meisten Verdächtigen einst verstand: Ist der Mörder Maria aus Kindertagen bekannt? Sie zieht sicherheitshalber Unterstützung aus der nächsten Stadt hinzu.
Originaltitel: Kuparisydän (1995)
Deutsche Erstveröffentlichung: 1999
Schauplatz: Finnland
Lehtolainen hat es wirklich geschafft, mich mit Maria Kallio ans Buch zu fesseln. Zwar ist Maria keine ideale Polizistin und hat als Mensch einige Schwächen, aber sie ist wunderbar lebensecht beschrieben. Keine nutzlosen Übertreibungen, um die Person spannender zu machen. Viel Spannung erzeugt der Krimi aus der Konstellation, dass einige von Marias alten Freunden in den Mord verwickelt scheinen. Und als sie nach elf Jahren in ihren Heimatort zurückkehrt, bekommt die Frage, was aus den alten Kameraden geworden ist, einen unangenehmen Beigemschmack. Dabei bekommt bereits die Rückkehr Marias in den Ort Pfeffer, weil sich die Menschen dort nach wie vor mit Frauen als Polizistinnen oder widerspenstigen Mädchen schlecht auskommen.
Was mir gefiel, waren auch die Einblicke in das kleine Arpikylä, Arbeitslosigkeit oder fest installiertes Klassendenken beispielsweise. Maria hat die Stelle nur angenommen, weil sie selbst seit kurzem arbeitslos war und sie weiß genau, dass sie sich in wenigen Monaten wieder umsehen muss. Ihr Freund hält sich nach seinem Studium in den USA auf, um nicht nur der Forschung, sondern auch seiner Zukunft zuliebe Pluspunkte zu sammeln. Ganz nebenbei erkennt sie, warum für den Posten überhaupt eine Vertretung gesucht wurde und wie sich durch die engen verwandtschaftlichen Beziehungen unter den Honoratioren des Orts handfeste Vorteilsnahme entwickelt. Könnte Meritta etwas ähnliches entdeckt haben?
Schade fand ich lediglich, dass die sonst beruflich misstrauische Maria wegen des geplanten Showdowns einen unnötigen Fehler machte (immerhin kommt sie auf die Idee, sich wenigstens ein bisschen abzusichern). Ansonsten aber gilt: Gerne wieder mit der Kallio im Lesesessel versinken.