Schreib den ersten Satz so,
dass der Leser unbedingt auch den zweiten lesen will.
William Faulkner
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ISBN-13: 978-3-40492-258-1 |
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Der kaltblütige Mord an einem Detektiv ist der Auftakt einer Mordserie, die ganz Paris in Atem hält. Die Opfer haben nichts gemeinsam. Oder doch? Zumindest finden sich die Namen aller Toten in der Kundenkartei des ermordeten Detektivs. Wem war er auf der Spur? Kommissar Martin gerät bei seinen Ermittlungen in höchste Politiker-Kreise, doch der einzige Hinweis, den er auf den Mörder hat, ist der Abdruck eines zierlichen Turnschuhs. Und dann gerät Kommissar Martin, dem die Frauen in seinem Privatleben mindestens ebenso viele schlaflose Nächte bereiten wie die mögliche Mörderin, selbst unter Mordverdacht: Kurze Zeit nach seinem Besuch bei der schönen Polizeipsychologin Lurett wird diese brutal zusammengeschlagen und liegt schwer verletzt im Koma. Martin war der Letzte, der abends bei ihr war - und er hat kein Alibi.
Originaltitel: Dame de Pique (2005)
Deutsche Erstveröffentlichung: 2007
Schauplatz: Paris
Die Pariser Polizei steht vor einem Rätsel: Nach der Ermordung eines Detektivs sterben reihum auch dessen Klienten. Obwohl ein Zusammenhang zu Beginn nicht offensichtlich ist, forscht Kommissar Martins Abteilung instinktiv in diese Richtung. Welchen Grund mag es geben, dass jemand systematisch tötet und dennoch entgegen den Gewohnheiten der bekannten Serienmörder arbeitet und jeden Mord gezielt anders ausführt? Als wäre das nicht genug, wird die Polizeipsychologin Laurette Opfer eines unbekannten Angreifers und Martin halst sich trotz einer schweren Verletzung die Verfolgung eines weiteren Täters auf.
Lecaye hat für mich einen Pageturner geschrieben. Auf keiner Seite gibt es Langeweile: Er erzählt parallel sowohl aus der Perspektive der Mörderin als auch aus den Perspektiven der Ermittler, sodass sich ein spannendes Puzzle ergibt. Die Identität der Täterin wird nur langsam gelüftet; zu Beginn ist sie eine namenlose Schöne, von der nach und nach Details aus Vergangenheit und Gegenwart bekannt werden. Ein Kindheitstrauma hat sie zu einem Kontrollfreak gemacht, der seither alles aus dem Weg räumt, was einem geordneten Wunschleben im Weg steht. Sehr spät merkt sie, dass ausgerechnet sie, der die Herrschaft über das eigene Leben über alles geht, von jemand anderem benutzt wird.
Ihr gegenüber steht Kommissar Martin, der bei seinem letzten Fall lebensgefährlich verletzt worden war und seither ziellos dahin modert. Kaum zu ertragen für sein Umfeld, denn sowohl Freundin als auch Tochter sind schwanger. Ausgerechnet die Ex-Frau holt ihn aus der Lethargie und Martin übernimmt scharfsinnig wie immer die Jagd nach der Serienmörderin, die fast täglich ein Opfer hinterlässt.
Obwohl der Krimi sehr spannend war, musste ich mich zu Beginn an die Häufung psychisch angeknackster Personen gewöhnen. Martins Depression ist zwar absolut nachvollziehbar, normal und menschlich, aber ich verstehe einfach nicht, warum so viele Kommissare (zuzüglich deren berufliches und privates Umfeld) in Krimiserien familiär, beruflich und persönlich unbedingt immer Macken haben müssen - und zwar nicht unbedingt die alltägliche Sorte. Die Episode um die krankenhausreif geschlagene Psychologin Laurette war zwar in sich schlüssig, aber sie konnte nicht anders ausgehen als gut für Martin. Also blieb sie ein Füllsel, in dem sich Martin als einsamer, rächender Wolf präsentieren durfte. Hinzu kam eine absolut krankhafte Mörderin, bei der unverschämt dick aufgetragen wurde. Das machte den Krimi zwar richtig flott, aber ich bin froh, dass ich zwischendurch auch von anderen Menschen zu lesen bekomme.