Glaub ja nicht, Leser, dass dieses Buch dich aus den Augen verliert.
unbekannt
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ISBN-10: 3-499-24006-8 |
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Amsterdam 1928, kurz vor Beginn der Olympischen Spiele: Ein Erpresser verlangt, dass die Spiele abgesagt werden, sonst würden viele Menschen sterben. Das Olympische Komitee ist ratlos. Eine Absage kommt nicht infrage. Doch das Leben von Tausenden Besuchern riskieren? In ihrer Not wenden sie sich an den Hobbykriminalisten van Ledden Hulsebosch. Bevor van Ledden Hulsebosch sich auf die Suche machen kann, passieren die ersten mysteriösen Todesfälle. Van Ledden Hulsebosch findet heraus, dass der Mörder sich an den Farben der fünf olympischen Ringe orientiert.
Originaltitel: Spelen met Vuur (2004)
Deutsche Erstveröffentlichung: 2005
Schauplatz: Amsterdam
Die Idee zum Krimi fand ich großartig: Ein holländisches Pendant zum britischen Holmes, zum Belgier Poirot oder zum ureigenen Ermittler Frankreichs, Maigret. Zumal das Autorenteam mit der Hauptperson auf eine reale Person zurückgriff, die die holländische Polizei früher tatsächlich bei ihren Recherchen unterstützte. Das Team beziehe sich bei den Büchern auf dessen Aufzeichnungen, so der Vorspann.
Für das Drumherum um den Fall kann ich mir das auch gut vorstellen. C.J. testet neue Methoden, schimpft über die mangelnde Akzeptanz gegenüber neuen wissenschaftlichen Methoden und er probiert vieles aus, was heute Standard ist: Profiling, Phantombilder, eine Art Lügendetektor oder verschiedene Laborarbeiten. Mit einer bei Madame Curie gekauften Speziallampe unternimmt er eine der ersten Untersuchungen mit ultraviolettem Licht an einem Beweisstück und mit Schwämmen, Schweineblut und Gelatine imitiert er menschliches Gewebe, an dem er Schusskanäle überprüft.
Die sauertöpfische (O-Ton C.J. über die Amsterdamer) Figur C.J. und die etwas flachen anderen Protagonisten fand ich allerdings ermüdend und es gab immer wieder Beschreibungen und Verhaltensmuster, die wie unsinnige Längen im Text wirkten. C.J. reagiert auf alles erstmal sehr ablehnend und wandelt sich dann immer wundersam. Diese Art der Anti-Haltung fand ich für einen Wissenschaftler und Forscher unpassend - nur Neugier bringt die Wissenschaft schließlich weiter.
Der Fall ist spektakulär und interessant, aber er wirkte auf mich, wie aus einem modernen Szenario ins Jahr 1928 transportiert. Was mich zudem ein bisschen störte war, dass die Amerikaner durchweg ohne Ausnahme als arrogante und ignorante Großmäuler gezeichnet wurden. Das wirkte wie eine Schablone aus modernen Zeiten.