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unbekannt

Das Buch

Arto Paasilinna - Ein Bär im Betstuhl

ISBN-10: 3-404-92257-3

Über den Autor
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Kurzbeschreibung / Klappentext

Ein Bären-Junges ist ein ungewöhnliches Geschenk zum fünfzigsten Geburtstag. Die Gemeinde von Pfarrer Oskari Huuskonen findet jedoch, es eignet sich bestens. Erinnere der Pfarrer doch selber an Meister Petz und hätte somit sicher ein Herz für das mutterlos gewordene Tier. Und in der Tat, die beiden brummigen Zeitgenossen verstehen sich prächtig. Huuskonen macht keinen Schritt mehr ohne den neuen Freund. Selbst während der Gottesdienste ist der Bär an seiner Seite, und Huuskonens Gottesdienste sind beliebter denn je. Seine Ehefrau jedoch ist alles andere als glücklich über das neue Mitglied der Familie, und es kommt zu handfesten Auseinandersetzungen.

Originaltitel: Rovasti Huuskosen petomainen miespalvelija (1995)
Deutsche Erstveröffentlichung: 2005

Mein Leseeindruck

Der Gottesdienst von Pfarrer Oskari Huuskonen wird durch einen Stromausfall unterbrochen. Kein Wunder, auf der Flucht vor einer Bärenmutter flieht die Köchin Astrid Sahari ausgerechnet auf einen Strommast und dort verglüht sie zusammen mit dem wütenden Tier. Nun muss für zwei Bärenjunge ein Zuhause gefunden werden. Und während eines in einen Tierpark darf, muss für das andere eine unkonventionelle Lösung gefunden werden.

Huuskonen baut seine ungewöhnliche Aufgabe nach allen Kräften zu einer skurrilen Meisterschaft aus. Er, der ohnehin durch wenig priesterliches Gebaren auffällt, wird immer mehr zum eigenbrötlerischen Bärenhüter, der sich nicht einen Pfennig um anderer Leute Meinung schert. Nur, wer ihn so akzeptiert, wie er ist, fährt gut mit ihm. Beispielsweise die Witwe Rehkoila, die ihren Bauernhof für eine Bärenhöhle zum Überwintern zur Verfügung stellt oder der Bauer Jari Mäkelä, den Huuskonen bei einer mehr als verrückten Sportart unterstützt. Seine Ehefrau allerdings sucht schnell das Weite und ist ein Auslöser dafür, dass Huuskonen samt Bär zu einer Reise raus aus Finnland aufbricht. Ein verrücktes "Road-Bookie" beginnt.

Paasilinna hat das Zeug, aus einer absurden Konstellation eine Geschichte zu machen, die völlig normal klingt. Ganz nach dem Motto, der Leser fände die Situation wohl schon komisch, aber passiert sei sie wirklich so. Der Bär namens Sapperlot bügelt, putzt, übt mit dem Pfarrer kleine Vorführungen ein und begleitet ihn auf eine menschlich-bärige Art über Russland und die Ukraine ins Mittelmeer und an die englische Küste.

Die Flucht aus Finnland teilte das Buch für meinen Geschmack in zwei Teile. Irgendwie geriet dabei ein fieser, hinterfotziger Tonfall in Vergessenheit, den ich in den ersten Seiten sehr geschätzt habe. Alleine, wie Huuskonens Frau den Tod der Köchin kommentiert, ist von allertiefstem Schwarz. Danach wird's ein wenig betulicher und die Groteske speist sich eher aus den merkwürdigen Hauptpersonen, ihren Tätigkeiten und Begegnungen. Sprachlich ging es weniger scharf zur Sache, schade, und gegen Ende wird's bei religiösen Betrachtungen ungewöhnlich nachdenklich und traurig, als sich eine Reihe von Personen aus Huuskonens Leben für immer verabschieden. Etwas zu lang sind die folgenden, mehrheitlich ruhigen und braven Seiten über die Reise auch geworden. Dennoch wirklich unterhaltsam und an den ulkigen Bären erinnere ich mich gerne.

Meine Bewertung