Meine literarischen Arbeiten sind kleine Fische
- aber Goldfische sind auch nicht groß.
Hans Hollweg
|
ISBN-10: 3-894-25267-7 |
Über den Autor Bestellen bei |
Gleich sieben Männer und Frauen werden während eines festlichen Essens in einer Bierstädter Villa grausam ermordet. Wer sind die sieben und wer hatte etwas gegen sie? Die Antwort auf die erste Frage erfährt Reporterin Maria Grappa nicht von der Kripo, sondern vom Mörder selbst: Er schickt ihr nach und nach Fotos zu, auf denen jeweils eines seiner Opfer abgebildet ist, samt einem biblischen Psalm und dem Verweis auf eine Todsünde, die der- oder diejenige begangen haben soll. Grappa versucht den Sinn der Botschaft zu ergründen und stellt fest, dass es eine achte Todsünde geben muss, die in der katholischen Glaubenslehre nicht vorgesehen ist. Der geheimnisvolle Mörder macht ihr klar, dass sie selbst diese achte Todsünde begangen hat: Crudelitas, die Sünde der Hartherzigkeit.
Erstveröffentlichung: 2002
Schauplatz: Dortmund
Bei "Grappa und die acht Todsünden" dominiert Maria Grappa die Szene, eine eigenwillige, aber herzliche Journalistin mit frecher Zunge. So schlagfertig, dass sie sich auch von einem selbsterklärten Womanizer so schnell nicht ins BockshornBett jagen lässt. Grappas Sprach- und Denkstil macht den Krimi um sieben Tote außergewöhnlich. Dazu kommt Grappas frische Angewohnheit, mit einem aufgelesenen Kater Zwiegespräche zu führen.
Der Krimi weicht in mancherlei Hinsicht erfreulich von ein paar vermeintlichen "Standards" ab: Nein, es gibt keine Polizisten, die den Hobby-Ermittlern den Gang schwer machen, sondern richtig gut aussehende Beamte, die hin und wieder wütend sind, aber die unkonventionelle Grappa machen lassen. Grappa ist Single, zerfließt aber nicht wie ihre skandinavischen Kollegen in Selbstmitleid, sondern weiß die Situation auf ihre Art zu nutzen. Grappas Liebesszenen sind intensiv, aber nie gefühlsduselig. Wunderbar!
Zwar kommt die Aufklärung schnell und vielleicht gar nicht so überraschend (speziell wenn man oft Krimis liest), aber hier hat mich das überhaupt nicht gestört, einfach, weil das gesamte Buch sehr unterhaltsam war, ich die Schreibe sehr genossen habe und die Personen mit wenig Worten einfach toll beschrieben waren (wer das Buch liest, wird das beispielsweise bei der Bäckersfrau bemerken). Wenn schon so ein originelles Personenregister wie hier voran gestellt wird, dann muss ja ein Krimi mit Pfiff hinterher kommen.