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dass der Leser unbedingt auch den zweiten lesen will.

William Faulkner

Das Buch

Aleksandar Tišma - Die wir lieben

ISBN-10: 3-763-24641-X

Über den Autor
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Kurzbeschreibung / Klappentext

Die Zeiten sind schlecht in Novi Sad, und die Prostitution ist offiziell verboten. Aber das Geschäft der Kupplerinnen blüht - solange sie nicht erwischt werden. Scharfsinnig, lakonisch und ohne Zweideutigkeiten beschreibt Tisma das Geschäft mit der Liebe. Mit dem größten Respekt für seine Figuren erzählt er die Schicksale der im Leben zu kurz Gekommenen auf der Jagd nach ein wenig Glück.
Das Buch reist bei bookcrossing mit der BCID 589-4492683.

Originaltitel: Koje volimo (1990)
Deutsche Erstveröffentlichung: 1996
Schauplatz: Novi Sad (Serbien)

Mein Leseeindruck

In kleinen Episoden erzählt Tisma vom Alltag der Kupplerinnen in Novi Sad und der Frauen, die sich ihren Lebensunterhalt als Gelegenheitsprostituierte verdienen. Da dieses Gewerbe eigentlich verboten ist, geschieht es mit viel Rafinesse im Verborgenen. Männer, die etwas möchten, müssen sich gedulden, rechtzeitig anmelden und können ihre Begleitung auch nicht immer wählen. Je besser sich ein Wohnungseingang abschirmen lässt, umso besser für's Geschäft von der spontanen Verabredung bis zur Vermittlung einer festen Geliebten.

Tisma erzählt, wie einzelne Frauen auf der Suche nach einem Einkommen mit den Kupplerinnen ins Geschäft kommen. Ihre Armut ist fast immer die Triebfeder - und einige merken bald, dass sie mit der Sucht der Männer viel Geld verdienen können. Auf diese Weise nehmen sich beide Seiten gegenseitig aus.
Nicht nur konservative Nachbarn gehören zu den Gefahren, die zu meiden sind. Da im Fall eines Verrats nur die Frauen vor den Kadi gezerrt werden, nie aber die nutznießenden Männer, gehören unzufriedene Kunden ganz genauso dazu. Genau das wird Kupplerin Paula und den von ihr vermittelten Frauen zum Verhängnis. Und die junge Emina bekommt nicht nur die Härte des Gesetzes zu spüren, sondern fällt auch bei der eigenen Schwester in Ungnade - die war zwar selber Prostituierte, wurde aber nie erwischt. Grund genug für bissigen Hochmut.

Das Buch ordne ich unter "interessant" ein. Es gewährte einen ungewöhnlichen Einblick, aber "mehr nicht". Der Stil ist schlicht, nicht sensationsheischend oder sentimental. Das hätte, wie ich finde, auch gar nicht gepasst. Aber es gab keinen richtigen Erzählbogen, sondern eher kleine Szenen des Alltags, die irgendwo aus dem Jahresverlauf gepickt waren. Ich habe es mit Interesse gelesen, lege es aber ohne Wehmut wieder weg, genauso schnell und spontan, wie ich es bekommen habe.

Meine Bewertung