Schreib den ersten Satz so,
dass der Leser unbedingt auch den zweiten lesen will.
William Faulkner
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ISBN-10: 3-257-23255-1 |
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Als Tagträumer hat es Viktor schwer im Kiew der Neureichen und der Mafia: Ohne Geld und ohne Freundin lebt er mit dem Pinguin Mischa und schreibt unvollendete Romane für die Schublade. Doch eines Tages bietet ihm der Chefredakteur einer großen Zeitung eine gutbezahlte Stelle an. Viktor soll Nekrologe über berühmte Leute verfassen, die allerdings noch gar nicht verstorben sind. Wie jeder Autor möchte Viktor seine Texte auch veröffentlicht sehen, doch erweisen sich die VIPs als äußerst zählebig. Bei einem Glas Wodka erzählt er dem Freund seines Chefs davon. Als Viktor ein paar Tage später die Zeitung aufschlägt, sieht er, dass sein Wunsch beängstigend schnell in Erfüllung gegangen ist.
Originaltitel: Smert' postoronnego (1996)
Deutsche Erstveröffentlichung: 1999
Schauplatz: Kiew
Der Kiewer Zoo löst sich zwangsläufig auf und verschenkt seine Tiere an wohlmeinende Mitbürger. Der einsame Viktor nimmt sich des Pinguins Mischa an, nimmt ihn mit in seine kleine Wohnung und füttert ihn fortan mit tiefgefrorenem Fisch. Als Schriftsteller ist Viktor wenig erfolgreich und nur ein Zufall birgt eines Tages eine sichere Einkommensquelle: Das Schreiben von ungewöhnlichen Nachrufen, nämlich für Leute, die eigentlich quicklebendig sind. Viktor denkt wenig über die merkwürdige Arbeit nach, obwohl er sehr schnell Andeutungen über deren finstere Auftraggeber erhält. Selbst der Chefredakteur scheint mehr Marionette als Handelnder zu sein, aber Viktor macht weiter.
Nach einem seltsamen Zwischenfall kümmert sich Viktor um Sonja, Tochter eines Bekannten, die auf geheimnisvolle Weise mit Geld versorgt wird. Er engagiert Nina als Kindermädchen und die drei werden zu einer Art Familie. Während Viktor Sonja immerhin zu mögen scheint, bleibt er bei Nina stets auf Distanz - Einsamkeit und Melancholie sind im Buch Programm.
Ein bisschen ratlos bin ich nach der Lektüre des Buches immer noch. Der Eindruck kam auf (und setzt sich nun irgendwie fest), dass Kurkow auf eine phantastisch anmutende Art der ukrainischen Gesellschaft einen Spiegel vorhalten wollte: Illegale Machenschaften, die mit illegalen Machenschaften bekämpft werden - und damit das nicht sofort auffällt, bekommt die Hauptperson einen Pinguin als Wohnungsgenossen. Oder wie soll ich das sonst verstehen? Den Auftritt des Pinguins werde ich wohl nicht begreifen, weil die Geschichte insgesamt keineswegs so surreal ist, wie es der Pinguin vermuten lässt und da die Geschichte umgekehrt so sehr real ist, empfand ich den Pinguin als "Darsteller" deplatziert - er macht die Story nicht besser. Den Anteil am Sternenregen haben die Atmosphäre insgesamt, die Idee der Nekrologe und der Aufbau der Geschichte geliefert.