Glaub ja nicht, Leser, dass dieses Buch dich aus den Augen verliert.
unbekannt
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ISBN-13: 978-3-44273-651-5 |
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Halla, aufstrebende Abteilungsleiterin eines Ministeriums, wird tot im Plenarsaal der Regierung aufgefunden - mit einem schweren Gegenstand hinterrücks erschlagen. War es Mord aus Leidenschaft? Das Opfer hatte einen außergewöhnlich hohen Männerverschleiß. Oder steckt kühle Berechnung hinter der Tat? Ranghohe Politiker, die ihr nahe standen, verhalten sich ungewöhnlich unkooperativ. Die junge Anwältin Stella Blómkvist nimmt die Ermittlungen auf.
Originaltitel: Morðið i Stjornarrádinu (1997)
Deutsche Erstveröffentlichung: 2003
Schauplatz: Island
Stella Blómkvist ist genau die richtige Person, um dem isländischen Establishment das Fürchten zu lehren: Die politische Riege und ihre Helfershelfer tun alles, um den Mörder der erfolgreichen Hella so schnell wie möglich hinter Gitter zu bringen und die Geschichte zum Vergessen bereit zu machen. Aber Stella wäre nicht Anwältin, wenn sie nicht alles daran setzen würde, ihren Mandanten Saemi freizubekommen. Saemi kann seine Unschuld tatsächlich nachweisen, die vermeintliche Ruhe ist dahin und die unglaublichsten Gerüchte machen die Runde. Was ist nun dran und wer hat Dreck am Stecken?
Stella legt sich mit "denen ganz oben" an und bekommt schnell zu spüren, dass die ihre Ruhe haben und weiter ihre kleinen und großen Geschäfte machen wollen. Irgendwo in der Polizei gibt es ein Leck und brenzlige Informationen, die Halla gesammelt hat, müssen irgendwo noch versteckt sein.
Der Sumpf in Reykjavik ist tief und verzweigt, muss Stella während ihrer Arbeit feststellen. Immer gibt es Hinweise, dass mehr Leute in die Sache verwickelt sind, als sie recherchieren kann, und jeder hat ganz andere Interessen. Sie müsste eigentlich extrem vorsichtig sein, um selber Spieler statt Spielfigur zu bleiben. Aber impulsiv und aufbrausend, wie sie ist, sticht sie irgendwann mitten ins Wespennest, um die Sache in Gang zu bringen - mit gefährlichem Ergebnis. Und ich habe mich durchaus gefragt, warum Stella am Schluss in einer reichlich augenfälligen Situation keinen alarmierenden Instinkt hatte. "Voller Einsatz kommt vor der Vorsicht," ist wohl ihr Motto.
Die Figur der Stella geht mit allem hart ran. An anderer Stelle sagt sie über eine Frau, diese habe sich herausgenommen, sich wie ein Mann zu benehmen. Das passt auch auf die selber allzugut; aber bei aller Sympathie für diese hartnäckige Frau mit Feuer im Hintern ist sie ein wenig zu dick aufgetragen. Aber vielleicht darf man Stella auch nicht allzu ernst nehmen - sonst hätte James Bond es ja auch nicht auf unzählige Fortsetzungen gebracht. Ist sie erst einmal in Fahrt, macht der Krimi viel Spaß und es ist zudem erstaunlich, wie gut wir mit Stella hinter die Kulissen des Politgeschäfts blicken können.