Bjarne Reuter - Das Zimthaus

Kurzbeschreibung

Nur drei Häuser säumen die idyllische, nahe einem See gelegene Sankt-Laurentius-Allee. Das sogenannte Zimthaus erinnert mit seinem exotischen Ambiente an die Zeit, als die Familie Asmussen einen internationalen Gewürzhandel in Indien betrieb. An einem herrlichen Frühlingssommertag ist das Zimthaus zu Ehren der Geburt eines neuen Familienmitglieds festlich geschmückt. Da geschieht ein folgenschweres Unglück. Mit einem Paukenschlag beginnt der heiter-melancholische Roman des dänischen Erfolgsautors Bjarne Reuter, der das letzte Jahr einer bedrohten Kindheitsidylle schildert.


Rezension

Elliot Mortensen erzählt über ein Jahr hinweg aus dem Leben in einer kleinen Straße am See, in der nur drei Häuser stehen. Die wenigen Familien dort am Stadtrand bilden eine verschrobene kleine Welt für sich. Man feiert gemeinsam Mittsommer, Weihnachten oder Silvester und Kontakt zu anderen Einwohnern der Stadt gibt es nicht.
Umso skurriler lebt man am See: Die beiden Töchter des Zimthauses stopfen Säugling Alf seit dessen Geburt mit seltsamen Mixturen, ihre Oma schießt wild mit einer doppelläufigen Flinte umher, Otto soll einen Pakt mit gespensterhaften Moorwesen haben, Max prahlt am laufenden Band und bevorzugt mit zweifelhaftem Latein, der Zimthaus-Gründer spukt im Haus herum und auch sonst spart kein Beteiligter mit ominösen Eigenschaften. Und Elliot steht irgendwie zwischen allem: Er macht vieles mit, aber wohl hauptsächlich, weil er es von den Bekannten und Freunden aus der Straße nicht anders kennt.

Das Buch wirkte auf mich wegen zwei Dingen nicht besonders: Zum einen, weil es nach einem "Paukenschlag" auf der fünften Textseite weiter nichts Besonderes liefert und auch nie den Eindruck vermittelt, es könnte noch etwas passieren. Nach zwei Dritteln endlich ein kleiner Anlauf, der sich totläuft und erst auf den letzten drei Seiten ändert sich etwas in der Routine der Allee. Zum anderen, weil es so gewollt anders sein will, als andere Bücher - mit einer skurrilen Geschichte und merkwürdigen Personen. Ständig scheint es, als wolle es Lebensweisheiten mit auf den Weg geben, aber es gibt einfach keine Person, die glaubwürdig auch nur einen annähernd geeigneten Aspekt über das Leben vermitteln kann.

Ab der Hälfte habe ich immer wieder überlegt, es ganz aus der Hand zu legen. Es war ohnehin schon der zweite Anlauf und auch, wenn er mich diesmal durch das ganze Buch geführt hat, hat es sich für meinen Geschmack nicht gelohnt.Es bleibt eine plätschernde, schrullige Erzählung über merkwürdige Kinder und merkwürdige Erwachsene. Die drei Häuser am See als so extrem abgekapselte Welt konnte mich beim besten Willen nicht fesseln.

Meine Bewertung

bibliografische Angaben

Verlag: Heyne
ISBN: 3-453-17564-6
Originaltitel: Ved profetens skaeg
Erstveröffentlichung: 1996
Deutsche Erstveröffentlichung: 1999
Schauplatz: Dänemark

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Es gibt für mich nichts Schöneres, als abends um halb neun mit einem Buch ins Bett zu gehen.

Emma Thompson

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