Georges Simenon - Maigret und die Keller des "Majestic"

Kurzbeschreibung

Hörbuch Als der Chef der Kaffeeküche des Pariser Grandhotels Majestic frühmorgens einen nicht verschlossenen Garderobenspind öffnet, fällt ihm eine Blondine entgegen – mausetot. Mrs. Mimi Clark ist die Gattin eines amerikanischen Industriellen, mit Mann, Söhnchen, Hauslehrerin und Kinderfrau auf Europareise. Doch noch vor ein paar Jahren war sie Animierdame in Cannes, und dorthin führt auch Maigrets erste Spur. Immer verblüffendere Zusammenhänge tun sich auf. Als im selben Spind eine zweite Leiche auftaucht, weiß der Kommissar, dass er keine Zeit verlieren darf.

gelesen von Friedhelm Ptok
Das Buch ist auch unter dem Titel "Maigret im Luxushotel" veröffentlicht worden.


Rezension

Prosper Donge, Chef der Kaffeeküche im Hotel Majestic, findet beim Öffnen eines unbenutzten Spinds die Leiche von Mimi Clark. Bald wird Donge unter Mordverdacht verhaftet, denn es stellt sich heraus, dass Mimi und er sich aus Cannes kennen, wo Mimi einst als Animierdame gearbeitet hatte - bevor sie sich durch die Heirat mit einem Amerikaner eine neue Zukunft schuf. Da kann Donge lange erklären, dass er ausgerechnet an diesem Tag wegen eines Platten am Fahrrad eine Viertelstunde zu spät gekommen und zur Mordzeit noch gar nicht im Hotel gewesen sei. Dabei könnte die Polizei viel mehr Verdächtige ins Visier nehmen: Der Witwer amüsiert sich zu gut mit der Hauslehrerin, Donges Freundin Charlotte wusste vom gemeinsamen Kind Mimis mit Donge, das Mr. Clark untergejubelt worden war, bei Mimi wurde eine Waffe geunden und auch der Buchhalter Ramuel hat eine krude Vergangenheit.

Einzig Maigret hält Augen und Ohren offen. Seine Methoden sind ungewöhnlich und Simenon erzählt sehr atmosphärisch, wie sich Maigret in den Kellern des Hotels tummelt, scheinbar gemächlich Schwätzchen hält und nur gelegentlich den Kriminalkommissar nach außen kehrt. Dabei kann sein Stil ganz schön an den Nerven zehren. Donge, der die Leiche entdeckt hat, wird von ihm beispielsweise als allerletztes verhört - auf dem Fahrrad auf Donges Heimweg nach der Arbeit. Mr. Clark verliert bei Maigrets provokativer Gelassenheit die Nerven und verpasst dem Kommissar einen Fausthieb.

Da dies mein erster Maigret ist, fiel mir besonders auf, wie geradlinig Simenon den Fall lösen lässt. Maigret arbeitet unter der Prämisse, dass Donge unschuldig ist und ermittelt ansonsten offenbar in jede Richtung. Zwischendurch gibt es keine Schlussfolgerungen oder Vermutungen und daher auch keine falschen Fährten; wenn es diese überhaupt gibt, dann ist jeder Leser sozusagen selbst dafür verantwortlich. Erst am Ende löst Maigret - sehr klassisch - den Fall im Kreis aller Beteiligten auf. Dabei zeigte sich ein geschickt konstruierter Tathintergrund, dem der Kommissar auf die Schliche gekommen ist.

Zu Beginn hatte ich Schwirigkeiten, die Lesart von Friedhelm Ptok anzunehmen; es wirkte auf Anhieb etwas trüb auf mich. Das gab sich aber mit der Zeit und nach dem "Reinhören" konnte ich dem Fall gut folgen und, wie das bei mir öfter der Fall ist, lagen die vier CD's schnell hintereinander im Player.

Meine Bewertung

bibliografische Angaben

Verlag: Steinbach Sprechende Bücher
ISBN: 978-3-88698-641-5
Originaltitel: Les caves du Majestic
Erstveröffentlichung: 1942
Deutsche Erstveröffentlichung: 1962
Schauplatz: Paris

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