Ernst Solèr - Staub im Paradies

Kurzbeschreibung

Fred Staub, neu ernannter Kommandant der Zürcher Kantonspolizei, wollte in Sri Lanka eigentlich nur seine Tochter Anna besuchen, die dort in einem Forschungsprojekt arbeitet. Als jedoch einer der Schweizer Wissenschaftler vor Staubs Augen aus dem Hinterhalt erschossen wird, beginnt er gemeinsam mit dem sri-lankischen Polizisten Verasinghe, die Hintergründe der Tat zu ermitteln. Zeitgleich bitten Staubs ehemalige Zürcher Kollegen um Mithilfe: Staub soll sich im familiären Umfeld eines in Zürich ermordeten Tamilen umsehen, der in Sri Lanka beheimatet war. Bei seinen Nachforschungen trifft Staub auf einen einflussreichen Militär, einen schwerreichen Deutschen und einen hochrangigen Koordinator der Schweizer Tsunamihilfe. Die drei sind alles andere als begeistert über die Bemühungen Staubs, Licht ins Dunkel zu bringen.


Rezension

Fred Staub macht kurz vor seiner Amtseinführung samt Ehefrau Leonie, seinem Sohn und dessen Freundin Urlaub in Sri Lanka, wo Tochter Anna in einer Forschungsstation arbeitet. Wärend die restlichen Staubs sich lieber am Strand und zwischen Sehenswürdigkeiten tummeln, fährt Fred zu Anna in den Dschungel. Er wird Zeuge eines Mordanschlags auf einen Kollegen Annas und guckt dem ankommenden Kommissar und dem unvermeidlichen Militär genauer auf die Finger.

Die offizielle Version steht schnell fest: Ein Anschlag der Tamil Tigers, tamilischen Separatisten. Staub kann's nicht so einfach glauben und hört sich misstrauisch um. Zugleich bekommt er eine Anfrage aus Zürich: Dort wurde ein Tamile erstochen und weil Staub auf Sri Lanka ist, soll Staub sich gleich mal mit dessen Familie in Verbindung setzen. Staub beginnt, in zwei Geschichten zu stochern. Dabei tritt er erstaunlicherweise in beiden Fällen denselben Menschen auf die Füße.

Dieses Besondere an der Geschichte ist gleichzeitig ein kleines Manko. Konstruierte Geschichten haben es bei mir nicht einfach, auch, wenn sie gut lesbar sind. Die sri-lankische Bevölkerung wird überraschend wenig an der Handlung in Sri Lanka beteiligt; Staubs einheimische Kontakte beschränken sich im Prinzip auf einen schwer einschätzbaren Polizisten, arrogantes Militär und Annas Freund Tschaggat, dafür umso mehr mit zwei reichen Ausländern, die sowohl mit dem Zürcher als auch dem sri-lankischen Mord zu tun zu haben scheinen. Staubs ehemalige Zürcher Kollegen stochern hilflos in der Tamilen-Szene herum und scheitern fast daran, dass die Menschen sich abschotten und die Schweizer keine Ahnung von Traditionen und Gepflogenheiten haben. Eine sehr viel größere Rolle im Roman nehmen die Moskitos ein, die Staub unbarmherzig plagen.

Das Ende des Buchs entspricht der undurchsichtigen Situation, die sich im Lauf der Zeit aufbaut. Solèr hat das Buch wirklich konsequent zu Ende geführt. Leider bleibt es bei vier Büchern rund um Fred Staub, denn wie es mit Staub in Zürich weitergegangen wäre, hätte mich brennend interessiert. Solèr hat da eine interessante Fährte gelegt. Doch der Autor verstarb, noch bevor sein Buch erschienen ist und die Reihe bleibt unvollendet.

Meine Bewertung

bibliografische Angaben

Verlag: Grafit
ISBN: 978-3-89425-357-8
Erstveröffentlichung: 2009
Schauplatz: Zürich/Schweiz, Sri Lanka
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