Hansjörg Schneider - Hunkeler und die goldene Hand

Kurzbeschreibung

Hörbuch Peter Hunkeler, Kommissär des Kriminalkommissariats Basel, dümpelt im Solebad in Rheinfelden. Er ist krankgeschrieben, soll seinen Rücken kurieren. Da treibt vor seinen Augen eine Leiche im Wasser. Der beschauliche Ort wird zum Tatort. Das Opfer ist ein prominenter Basler Kunsthändler. Die zuständige Aargauer Kantonspolizei fackelt nicht lange und nimmt seinen Begleiter, einen jungen Mann mit Stricher-Vergangenheit, fest. Das führt zum Konflikt mit den Basler Kollegen. Die Ermittlungen laufen aus dem Ruder. Hunkeler kümmert das wenig. Er ist nicht im Dienst, macht sich aber trotzdem auf den Weg. Dabei lässt er sich wie immer viel Zeit und folgt seiner Intuition. Doch dann wird auch er in den Strudel der Ereignisse gerissen: was hat der Mord mit der mysteriösen ‹Goldenen Hand› des Herzogs Rudolf von Rheinfelden zu tun?

gesprochen u.a. von Ueli Jäggi, Charlotte Schwab, Monica Gubser, Urs Bihler und Heiner Hitz


Rezension

Ein Ausflug auf den Trimmdich-Pfad bringt Hunkeler solche Rückenprobleme ein, dass er krank geschrieben und in Kur geschickt wird. Die Erholung währt nicht lange, denn ein Toter treibt im Wasser. Der reiche Kunsthändler Roger Ris wurde erstochen, der Mörder scheint nicht weit: Die Polizei verhaftet den Geliebten, der skurrilerweise mit Tauchermesser seine Bahnen zieht. Für Hunkeler ist das zu offensichtlich und er lässt sich auf eine Suche "der Nase nach" ein. Seine Kurbekanntschaft, die rund 80 Jahre alte Bertha Kunz, erweist sich als pfiffige Tippgeberin mit wachen Augen und Ohren.

Bei diesem Fall sollte man eines können: Sich auf Hunkeler einfach einlassen. Dass der Geliebte von Ris wohl kaum der Mörder ist, steht außer Frage. Warum aber Hunkeler sich ausgerechnet für Fans der Lakota-Indianer interessiert oder sich auf die Spur von Apollo-Torsen und alemannischer Schätze setzt, wird nicht recht plausibel. Es gibt mehrere Fährten, die ineinander verwoben werden und über weite Strecken ist es einfach nur schön, mit Hunkeler auf die Pirsch zu gehen. Wohlgemerkt nicht, weil es spannend ist, sondern, weil das Hörbuch sehr gut produziert wurde. Was ich das ganze Hörbuch über nicht geschafft habe, kriegt Hunkeler hin: Er blickt irgendwann durch, wer sich für was interessiert und wer hinter wem her ist. War es nun ein Mord im Schwulenmillieu? Oder hat der Reporter Hauser recht, der eine Abrechnung in der Kunsthändler-Szene vermutet?

Der Fall bedient ganz hervorragend den Lokalkolorit. Auf der einen Seite geschieht das durch die Dialekte, die -mit Ausnahme der schottischen Kunsthändlerin- schön umgesetzt sind. Auf der anderen Seite sind das die Schauplätze, die sehr gut ausgesucht sind und deshalb sozusagen als Ausflugziele im Krimi mitgeliefert werden. Denn dass Hunkeler bei seinen Ermittlungen nicht in der Schweiz bleibt, ist klar. Er hört sich in Deutschland und im Elsass genauso wachsam um und findet einige Hinweise sogar nicht weit weg von seinem kleinen Häuschen.

Mein Fazit fällt nach rund drei Hörstunden zweigeteilt aus: Als Hörbuch ist das Rätsel um den toten Basler Kunsthändler mit erstklassigen Sprechern wunderbar gemacht. Als Krimi ist es ein verworren konstruiertes Ding mit wenig Spannung. Da scheinen ein paar interessante Ideen unpassend zusammengesetzt worden zu sein. Schade um den Fall. Aber ich habe speziell an den Hunkeler-Hörbüchern gerade einen Narren gefressen und werde mir demnächst einen weiteren Fall anhören.

Meine Bewertung

bibliografische Angaben

Verlag: Christoph Merian Verlag
ISBN: 978-3-85616-425-6
Erstveröffentlichung: 2008
Schauplatz: Region Basel

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