Joe Schreiber - Bye bye, crazy Chick!

Kurzbeschreibung

»Du hast auf mich geschossen!«, sagte ich. Ich lag auf dem Bauch und glaubte, jeden Augenblick bewusstlos zu werden. Fünf Meter entfernt stand sie und wischte sich das Blut aus den Augen. Sie kam zu mir, kniete sich neben mich, schlang ihre Arme um mich und drückte die Lippen an mein Ohr. »Perry«, flüsterte sie, »es war ein schöner Abend mit dir.« Eigentlich wollte Perry nur schnell den Abschlussball mit der litauischen Austauschschülerin Gobi hinter sich bringen, um dann pünktlich bei seinen Jungs zu sein. Wer kann ahnen, dass sich hinter dem Mädchen in den sackartigen Kleidern eine wunderschöne Killerin verbirgt, die eine arbeitsreiche Nacht mit fünf Opfern vor sich hat?


Rezension

Das Grauen hat für Perry einen Namen: Abschlussball. Nachdem er erfolgreich ein Schuljahr mit der farblosen Austauschschülerin Gobi überstanden glaubt, wünscht diese sich just ihn als Begleiter. Das wäre für den freundlichen Perry vielleicht zu überstehen, hätte Perry nicht genau für diesen Abend einen Gig mit seiner Band vereinbart. Zu allem Überfluss erscheint Gobi zur Feier des Tages in ihrer litauischen Nationaltracht. Der Abend ist gelaufen, da hilft es auch nichts, dass Papa den Jaguar rausrückt. Doch es geht freilich immer noch etwas schlimmer. Nach einem Abstecher in einen angesagten Club ahnt Perry, dass das blutige Chaos dort von seiner Begleiterin angerichtet wurde. Hinter Gobi verbirgt sich eine richtige Furie … und der Abend hat erst angefangen.

Die Geschichte nimmt ziemlich schnell Fahrt auf und geht dann über 200 Seiten lang nicht mehr vom Gas. Perry, der gute und solide Schüler, wird mit einer skrupellosen Gobi konfrontiert, einer Figur, die er vielleicht aus Büchern und Videos kennt. Nun steckt er mittendrin in "ihrer" Abendgestaltung und hat absolut keine Ahnung, ob er da wieder heil herauskommt. Sie braucht sein Auto und tischt ihm eine wilde Geschichte nach der anderen auf. Versteckte Bomben, aggressive Informanten, Drohungen und Handschellen. Und zwischendrin fließt Blut, weil Gobi ungerührt und zielstrebig ihre Liste abarbeitet.

Perrys Verzweiflung ist greifbar: Wie oft will er hinschmeißen und macht doch wieder weiter, weil offensichtlich das Leben seiner Familie auf dem Spiel steht. Ob die Drohung echt ist oder nicht, können weder Perry noch der Leser ausmachen. Bis zum Ende hält Joe Schreiber alle Kanäle offen.

Gut gefallen haben mir die finalen Lösungen: Passend gewählt für einen Jugendkrimi, es weckt Hoffnungen und Visionen auf eine individuelle Zukunft für Perry und nicht zuletzt verblüfft das Ende mit der einen oder anderen Überraschung. Was Perry erlebt hat, wirft vielleicht noch Fragen auf, aber letztlich findet Perry aus dieser alptraumhaften Nacht ermutigt den Weg nach draußen. Alles in allem ein furioses Gesamtpaket, das hervorragend bei der Stange hält.

Meine Bewertung

bibliografische Angaben

Verlag: Aufbau
ISBN: 978-3-35104-140-3
Originaltitel: Au revoir, crazy european chick
Erstveröffentlichung: 2011
Deutsche Erstveröffentlichung: 2011
Schauplatz: New York

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Es gibt für mich nichts Schöneres, als abends um halb neun mit einem Buch ins Bett zu gehen.

Emma Thompson

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