Emil Zopfi - Steinschlag

Kurzbeschreibung

Nur weil kein Mann erreichbar war, wird die junge Bergführerin Andrea vom alten Amstad mitgenommen für eine Rettungsaktion. Man traut ihr nicht viel zu, und überhaupt, wieso muss die sich ausgerechnet in dieser Gegend niederlassen? Nach einer Stunde finden sie die gesuchte Frau. Sie ist tot. Aber warum will Amstad, dass es ein Unfall war? Oder sieht Andrea tatsächlich zu viele Krimis? In diesem Jahr wird ihr alles ein wenig zu viel. Sie versucht sich als Bergführerin selbständig zu machen. Ihr Vater hätte es lieber gesehen, sie wäre zur Polizei gegangen, wie er seinerzeit. Kommt dazu, dass plötzlich eine junge Thai bei ihm wohnt, das ist sehr gewöhnungsbedürftig. Kommt dazu, dass sie selber mit den Männern hadert. Und jetzt diese Tote, mit der etwas nicht stimmt. Ihr Vater will unbedingt, dass sie diesen ‹Fall› löst. Aber Andrea will vor allem selbständig werden, endlich! Sie arbeitet hartnäckig an ihrer beruflichen Existenz und plant einen großen Coup.


Rezension

Kam der tödliche Stein aus der Wand? Oder hat ihn jemand aufgehoben und ihn aus seiner Hand auf das Opfer niedersausen lassen? Andrea ist misstrauisch und lässt sich von den anderen Bergführern nicht dreinreden: Sie findet den Tod merkwürdig und will mehr wissen. Auch, wenn ihr klargemacht wird, dass sie nicht recht erwünscht ist und ihre Neugier schon gar nicht. Angefeuert wird sie aber von ihrem Vater, einem pensionierten Polizisten. Mit dem hat sie es zwar nicht einfach, aber es ist ein leichtes, seinen Jagdeifer zu wecken, als er den bekannten Namen der Toten in der Zeitung liest.

Ein Krimi, wie geschaffen, ihn an einem Stück zu lesen - seinetwegen testete ich gleich drei Möglichkeiten, nachts im Bett ein Buch zu beleuchten, ohne den Ehemann zu wecken. Zopfi erzählt geradlinig, ohne viel Umschweife. Trotzdem fehlt es an nichts, die Personen sind lebendig und die eingeschworene Gemeinschaft der Bergführer könnte einen mit ihrer Kälte gegenüber Andrea glatt auf die Palme bringen. Aber es gibt auch hilfsbereitere Zeitgenossen, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind.

Mir fiel allerdings auf, wie viel in der kurzen Zeit des Buchs passiert. Andrea hat die typischen Probleme beim Einstieg in die Selbständigkeit und dazu noch die einer weiblichen Bergführerin, sowohl die Pensionierung des Vaters als auch seine neue Beziehung werfen Fragen auf, es gibt gesundheitliche Probleme zuhauf und alle männliche Bekanntschaften Andreas leisten an einer bestimmten Stelle der Nachforschungen entscheidende Hilfe. Ein bisschen zuviel, aber es geschieht ohne Unterbrechung des Erzählflusses. Deshalb fiel es mir so richtig erst auf, als ich schon ausgelesen hatte - und da störte es mich nicht mehr die Bohne.

Meine Bewertung

bibliografische Angaben

Verlag: Limmat Verlag
ISBN: 3-857-91408-4
Erstveröffentlichung: 2002
Schauplatz: Schweiz
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Es gibt für mich nichts Schöneres, als abends um halb neun mit einem Buch ins Bett zu gehen.

Emma Thompson

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