Meine literarischen Arbeiten sind kleine Fische
- aber Goldfische sind auch nicht groß.

Hans Hollweg

Das Buch

Ngaio Marsh - Stumme Zeugen

ISBN-10: 3-442-05915-1

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Kurzbeschreibung / Klappentext

Das malerische englische Dörfchen Swevenings ist ein kleines Paradies - bis einer seiner Bewohner auf unnatürliche Weise ums Leben kommt. Colonel Cartarette war leidenschaftlicher Angler, und während er seinem Hobby nachging, ist er wohl auch ermordet worden. So vermutet jedenfalls Inspektor Roderick Alleyn von Scotland Yard. Denn neben dem Toten lag eine prächtige Forelle - die einzige Spur, die Inspektor Alleyn schließlich zum Täter führt.

Originaltitel: Scales of justice (1955)
Deutsche Erstveröffentlichung: 1987
Schauplatz: Barfordshire, GB

Mein Leseeindruck

Ngaio Marsh gilt nicht umsonst als Mutter aller britischer Krimis. Das Buch hat alle Charaktere versammelt, die den Klassiker der Krimiliteratur ausmachen: Von der guten Seele im Dorf bis zum eigenbrötlerischen Sonderling, von der Person mit Vergangenheit bis zur Unschuld vom Lande, von der resoluten adligen Familienchefin bis hin zu ihrem unbegabten Sohn. Eine abgeschlossene, kleine und idyllische Welt, in die eines Tages unvermutet ein Mord platzt. Dank der Beziehungen innerhalb der Upper Class gelingt es Lady Lacklander, den Sohn einer alten Freundin für die Lösung des Falls vom Yard zu holen: Oberinspektor Roderick Alleyn.

Gemeinsam mit Inspektor Fox stößt Alleyn auf eine Gesellschaft, die ihn nur sehr selektiv mit Informationen versorgt und bei einem bestimmten Thema, einem lange zurück liegenden Skandal, grundsätzlich aus Standesdünkel und Ehrgefühl heraus den Mund wieder zumacht. Wie könnte es anders sein: Der Mord könne unmöglich mit so einer alten Geschichte zu tun haben. Alleyn, der den Skandal selber miterlebt hat, reimt sich die richtigen Details zusammen und geht auf Konfrontation.

Das Buch ist schnell fertig gelesen. Das liegt einfach daran, dass man möglichst schnell herausfinden will, wie Informationen und Aussagen zusammen hängen und wie Alleyn aus den bruchstückhaften Informationen einen stimmigen Tathergang ermittelt. Dass ihm dabei ausgerechnet Katzen und Fische eine große Hilfe sind, ist unkonventionell und würde jeden Mörder zur Weißglut treiben, der von einem perfekten Verbrechen träumt. Zudem hat Marsh einen schönen Erzählstil, der nie ausschweifend wird und dennoch schnell Eindrücke vermitteln kann. Noch nachts um zwei hielt mich meine Neugier bei Ngaio Marsh wach.

Meine Bewertung