Schreib den ersten Satz so,
dass der Leser unbedingt auch den zweiten lesen will.
William Faulkner
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ISBN-10: 3-453-10831-0 |
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Die junge Buchhändlerin Annie Laurence erhält die ehrenvolle Aufgabe, für die illustre Historische Gesellschaft von Chastain ein Mörderspiel zu inszenieren. Corinne Webster als Vorsitzende dieser Gesellschaft ist gleichermaßen gefürchtet wie gehasst. Folgerichtig fällt für sie auch gleich zu Beginn des Spektakels endgültig der Vorhang. Mordmotive hat sie so vielen Mitmenschen geliefert, dass der Kreis der Verdächtigen groß ist. Doch die Polizei konzentriert ihre Ermittlungen bald auf Annie. Sie hatte in letzter Zeit am meisten unter Corinne zu leiden.
Originaltitel: Design for murder (1987)
Deutsche Erstveröffentlichung: 1996
Schauplatz: South Carolina, USA
Eigentlich ist es schade, dass es keinen Paragraphen für "berechtigten Mord" gibt - so äußert sich einer der Verdächtigen, denn die herrische und selbstsüchtige Corinne hat es zeitlebens niemandem in Chastain einfach gemacht. An potenziellen Tätern mangelt es folglich nicht. Leider konzentriert sich die Polizei nur auf die zwei Auswärtigen in diesem Kreis: Annie und den Reporter Bobby. Annie und ihr Verlobter Max sehen sich gezwungen, selber zu ermitteln und den wahren Täter zu stellen.
Sehr witzig fand ich die Idee, Annie gleich in zwei Fälle zu verstricken: Den konstruierten Fall für die Hobbydetektive und den realen Fall, von denen sich alle beide als echte Herausforderung entpuppen. Hart nutzt die Gelegenheit, um durch die Parallelen einigen Beteiligten die literarischen Leviten zu lesen. Selbst die nervigste Spielteilnehmerin, die keine Scheu vor unlauteren Mitteln hat, erweist sich am Ende in ihrem Fall als gewitzter als der tumbe Polizeichef von Chastain. Jener leidet geradezu unter einer Aversion auf Fremde in der Stadt und erfüllt sein Klischee als unfähiger Cop mehr als nötig. Zum Glück bekommt er nicht allzuviel Text im Buch.
Eines muss auf alle Fälle gesagt werden: Wer sich Empfehlungen für die künftige Krimilektüre verschaffen will, der muss dieses Buch einfach lesen. Es gibt laufend Hinweise zu Kriminalromanen, an denen sich die Hobbydetektive orientieren, aus denen Annie ihre Inspiration für das Spiel holt und mit denen sie selber Vergleiche zieht. Die Bücher, die auch auf deutsch erschienen sind, werden in entsprechenden Fußnoten erwähnt.