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William Faulkner

Das Buch

Meja Mwangi - Nairobi, River Road

ISBN-10: 3-293-20093-1

Über den Autor
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Kurzbeschreibung / Klappentext

Ben schlägt sich auf der Baustelle als Hilfsarbeiter durch und kümmert sich um Winis Sohn Baby. Wini verdient ihr Geld als Schreibkraft - und zwischendurch auch in den Bars. Sie lieben sich heiß, aber wer in der River Road keinen kühlen Kopf behält, geht unter. Vielleicht, denkt Wini, ist es doch besser, mit dem weißen Chef durchzubrennen?
Dieser Roman aus dem Milieu der Armen, Betrogenen und Vergessenen Nairobis beschreibt nicht nur die Lebenswirklichkeit in einer afrikanischen Großstadt, sondern auch das Leben in den wuchernden Städten mit ihren unzähligen Slums und dem Elend ihrer Bewohner. Hoffnungen auf ein besseres Leben werden enttäuscht, Beziehungen untereinander gestört durch eine unmenschliche Umwelt.

Originaltitel: Going down River Road (1982)
Deutsche Erstveröffentlichung: 1982
Schauplatz: Nairobi, Kenia

Mein Leseeindruck

Geprägt durch touristische Beschreibungen wissen wir wenig über den eigentlichen Alltag der Menschen in Kenia. Einen Teil davon stellt Mwangi in seinem Buch vor, nämlich den der einfachen Leute in der Stadt, denen Geld, Beziehungen und gesellschaftlicher Halt fehlen. Ben lebt als Bauarbeiter in Nairobi, in einer heruntergekommenen Wohnung, mit kriminellen oder gestrandeten Nachbarn und bestechlichen Kollegen. Sein Alltag besteht aus Staub, Dreck, Alkohol und Drogen - jeden Abend geht es mit Kollege Ocholla in die Bars zu einem Gebräu namens Karara, bis im Lauf des Monats das Geld immer knapper wird.
Bens Freundin Wini geht auf das College, arbeitet als Sekretärin und obwohl Ben es ahnt, will er es nicht glauben (weil sie ja seine Freundin ist): Wie alle anderen Frauen sichert sie sich ihre Stelle, den Lebensunterhalt für sie und ihren Sohn Baby und die Wohnung mit sexuellen Gefälligkeiten.

Das Buch war weniger schockierend als frustrierend. Zwar sind die Bedingungen unmenschlich und korrupt, aber das ganz große Problem ist die Hoffnungslosigkeit. Wini wird vielleicht eine bessere Stelle bekommen und andere Vorteile erhalten, wird sich aber auch immer dafür erkenntlich zeigen müssen; ob sie will oder nicht. Und sie weiß dennoch nie, ob sie nicht einfach ausgenutzt wird und am Ende mit leeren Händen da steht. Ben entscheidet sich eines Tages für einen riskanten Weg, um auf der Baustelle bessere Arbeitsbedingungen zu bekommen. Er, der sich ansonsten nie um etwas anderes kümmert, als sein abendliches Karara, übernimmt (warum, versteht er selbst nicht) die Verantwortung für den inzwischen 6-jährigen Baby. Denn selbst das eigene Kind, das nie einen eigenen Namen bekam, bleibt bei Winis Suche nach mehr Glück im Ernstfall auf der Strecke.

Mwangi zeichnet das Bild von Menschen, die um ihre Stelle am Ende der gesellschaftlichen Hierarchie wissen, denen aber auch Mittel und Wege fehlen, sich daraus zu befreien. Ihnen werden vor der Nase die Wohnungen geschlossen, ihre Restaurants und Slums werden abgerissen und niedergebrannt, jedes Fleckchen Erde wird rücksichtslos als Klo oder Müllhalde genutzt. Und ist die Slumhütte niedergebrannt, werden mit stoischer Ruhe neue gebaut, die schon am Abend drauf wieder stehen. Bis zum nächsten morgendlichen Räumungsapell.
Ein eindringliches Buch, schlicht und geradeaus geschrieben und gerade dadurch sehr wirkungsvoll. Ben ist eine Figur, die mir sehr gut gefallen hat, weil er den Kopf nie ganz verliert und für sich persönlich kleine Ziele aufbaut und verfolgt.

Meine Bewertung