Schreib den ersten Satz so,
dass der Leser unbedingt auch den zweiten lesen will.
William Faulkner
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ISBN-10: 3-257-06285-0 |
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Nach einem Aufenthalt am Meer zurück in Santiago de Chile, suchen Privatdetektiv Heredia und sein Kater Simenon in einem Hotel Unterschlupf und übernachten prompt unter demselben Dach mit einem Toten: Heredia ermittelt - nur schon um selbst vom Tatverdacht freizukommen. Ein Beamter des obersten Rechnungshofes ist nur das erste Opfer riesiger Schiebereien um den Großauftrag einer Gas-Pipeline von Argentinien nach Chile. Heredia dringt bis ins Herz der Macht vor. Zuhilfe kommen ihm Kioskbesitzer Anselmo sowie die Tarotkarten seiner Nachbarin Madame Zara, die Wunder zu erschwinglichen Preisen anbietet.
Originaltitel: Los siete hijos de Simenon (2000)
Deutsche Erstveröffentlichung: 2001
Schauplatz: Santiago de Chile
Nostalgie prägt den Alltag von Heredia, einem Privatdetektiv, der sich nach einem Rückschlag für mehrere Monate als Anstreicher von Ferienhütten aus dem Staub macht. Bei seiner Rückkehr übernachtet er - weil seine Wohnung anderweitig vermietet wurde - in einem Hotel unter einem Dach mit einem Toten. Für die Polizei ist Heredia aufgrund seines Berufs kein Unbekannter, aber es verschont ihn nicht vor einer Nacht als Verdächtiger in der Zelle. Als erster bietet ihm der Kioskbesitzer Anselmo seine Hilfe an: Er ist der Mieter von Heredias Wohnung geworden und bringt seinen alten Freund samt dessen Kater wieder dort unter. Eher aus Neugier und mangels anderer Aufträge versucht Heredia, dem Mord im Hotel auf die Spur zu kommen. Dabei gerät er tief in politische Wirrungen und in eine ganz andere Liga als seine sonstigen Aufträge.
Heredia ist ein Anhänger früherer Zeiten, der sich mit dem Wandel und besonders dessen Schnelligkeit nicht anfreunden kann. Technische Ausrüstung gibt es in seinem Büro nicht; seine Recherchen finden mit List, Beobachtungsgabe und Gesprächen statt. Die Bars, die er so liebt, verändern sich oder verschwinden gar nach und nach. Es fehlen ihm die Menschen, mit denen er Abend um Abend diskutierend und philosophierend verbringen konnte. Aus dieser Riege ist ihm nur Anselmo geblieben und sein Kater, mit dem er sich immer wieder einen imaginären Schlagabtausch liefert.
"Kater und Katzenjammer" ist kein Krimi, vielmehr ein Roman über einen Einzelgänger und Lebenskünstler. Ein Kostverächter ist Heredia jedoch nicht: Er schätzt Bücher, Frauen und die Bestände einer guten Bar. Das Buch erinnerte mich an eine Bestandsaufnahme: Heredia als Chilene, wie alle Chilenen mal waren gegenüber einem rasanteren und moderneren Chile mit veränderten zwischenmenschlichen Mechanismen.