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unbekannt

Das Buch

Volker Kutscher - Der stumme Tod

ISBN-13: 978-3-46204-074-6

Über den Autor
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Kurzbeschreibung / Klappentext

März 1930: Der Tod einer Schauspielerin führt Gereon Rath in die Studios der Filmmetropole Berlin. Der junge Kommissar lernt die Schattenseiten des Glamours kennen und erlebt eine Branche im Umbruch. Der Tonfilm erobert die Leinwände, und dabei bleiben viele auf der Strecke: Produzenten, Kinobesitzer - und Stummfilmstars. Die gefeierte Schauspielerin Betty Winter wird bei Dreharbeiten zu einem Tonfilm von einem Scheinwerfer erschlagen, und zunächst sieht alles nach einem Unfall aus. Bis Gereon Rath, der Kölner Kommissar in der Berliner Mordinspektion, Indizien entdeckt, die auf Mord hindeuten. Während die Kollegen den flüchtigen Beleuchter verdächtigen, ermittelt Rath auf eigene Faust in eine andere Richtung - und steht schnell alleine da. Eine zweite Schauspielerin wird tot aufgefunden und gibt der Polizei Rätsel auf. Die Todesursache ist unklar, aber es handelt sich um ein Gewaltverbrechen: Der Leiche fehlen die Stimmbänder. Die Ermittlungen führen Rath zwischen die Fronten rivalisierender Filmproduzenten, ins Berliner Chinesenviertel, in die Unterwelt - und hart an die Grenzen der Legalität. Während es bei der Beerdigung von Horst Wessel zu einer Straßenschlacht zwischen Nazis und Kommunisten kommt, muss Rath seinem Vorgesetzten Böhm aus dem Weg gehen, der ihn von dem Fall abziehen will. Als sein Vater ihn bittet, dem Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer in einem Erpressungsfall zu helfen, und seine Exfreundin Charly eine erneute Annäherung wagt, droht Rath alles über den Kopf zu wachsen.

Erstveröffentlichung: 2009
Schauplatz: Berlin

Mein Leseeindruck

Gereon Rath wird zu einem grausigen Tatort gerufen: Die Schauspielerin Betty Winter wurde während der Dreharbeiten von einem herabstürzenden Scheinwerfer halb erschlagen, halb verbrannt. Statt eines Unfalls kann es durchaus Mord gewesen sein, denn im Studio des Produzenten Bellmann wird ein Spion der Konkurrenz ausgemacht. Doch würde dieser als Saboteur so weit gehen? Bald darauf wird die Schauspielerin Vivian Franck des konkurrierenden Produzenten Oppenberg vermisst. Aber unklar ist, ob die beiden Fälle miteinander zu tun haben. Gereon begibt sich bei den Ermittlungen schnell auf eigene Pfade, denn trotz aller Forderungen, im Team zu arbeiten, folgt er seinen eigenen Instinkten.
Als wäre das nicht genug, fordert Vater Rath aus Köln eine Gefälligkeit bei seinem Sohn ein: Konrad Adenauer, damals Kölner Oberbürgermeister, wird mit seinen Aktiengeschäften erpresst und Vater Rath vermutet die Drahtzieher in Berlin. Gereon soll für Ruhe sorgen - inoffiziell versteht sich.

Bei seinen Recherchen und Ermittlungen gerät Gereon auch in seinem zweiten Fall hart an die Grenze des Legalen. Seine Alleingänge bringen ihm beispielsweise ein Beweisstück ein, das er aber nicht nutzen kann - am Fundort hätte er sich nämlich nicht befinden dürfen. Er kontaktiert wider besseres Wissen den Unterweltsboss Marlow, den er im Jahr zuvor kennen gelernt hatte. Das nutzt in diesem Fall zwar beiden Seiten, aber Gereon macht die bittere Erfahrung, dass Marlow zu viel über ihn weiß. Auch sein alter Kontakt zu Oppenberg kann ihn in Schwierigkeiten bringen, denn über diese Bekanntschaft lässt er seine Kollegen im Unklaren.
Ein Lichtblick ist allerdings seine alte Flamme Charly, die nach einem großen Krach ihre Beziehung zu Gereon wieder auffrischen möchte. Gemeinsam mit Gereons altem Freund Paul, der unverhofft aus Köln zu Besuch kommt, sorgen sie für Abwechslung und werden Gereon sogar zur großen Hilfe.

Parallel zu Gereons Geschichte gibt es einen Erzählstrang, in dem ein Unbekannter über seine Liebe zum Film und über seine Kontake zu Schauspielerinnen erzählt. Mit jedem Abschnitt wird ein bisschen mehr das Geheimnis um den Unbekannten gelüftet.

Mit Gereon Raths zweitem Fall hat Volker Kutscher wieder einen raffiniert aufgebauten Krimi geschrieben, der mich richtiggehend am Lesesessel kleben ließ. Verwirrung gibt es dennoch keine, sondern ein eifriges Suchen nach Fährten und Verbindungen, denn mit Finten und Manövern lässt Kutscher viele Varianten offen. In diesem Buch gefällt mir zudem, dass der gesamte Ablauf chronologisch aufgebaut ist und sich alles innerhalb von vierzehn Tagen abspielt. Damit entsteht eine sehr dichte Handlung, die einen guten Eindruck von den Arbeiten und Ereignissen hinterlässt. Nicht zuletzt wird das temporeiche Berlin der 1930er Jahre dank des Stils und der Erzählweise herrlich plastisch.

Meine Bewertung