Martin Walker - Grand Cru

Kurzbeschreibung

Kaum jemand weiß es: Das Périgord ist nicht nur ein Gourmet-Paradies, sondern auch ein phantastischer Boden für Spitzenweine. Der kalifornische Weinunternehmer Bondino ahnt es, und er hat große Pläne: dem Périgord seinen einstigen Rang als Heimat von Grand Crus zurückzugeben — unter gewissen Bedingungen. Saint-Denis hat die Qual der Wahl — beschauliche Idylle bleiben oder Sitz einer modernen Weinindustrie werden, mit vielen neuen Arbeitsplätzen. Der Streit darüber ist erbittert, und sogar die alte Freundschaft von Bruno, Chef de police, und dem Bürgermeister droht, darüber zu zerbrechen. Als eine Leiche in einem Weinfass gefunden wird, überschlagen sich die Ereignisse.


Rezension

Bruno wird früh aus den Federn geworfen: Es brennt. Am Tatort angekommen, bietet sich allerdings ein merkwürdiges Bild, denn es brennen ein Feld und ein zugehöriger Schuppen - und es sieht nach Brandstiftung aus. Als die Feuerwehr anrückt, stellt sie fest, dass dort eine nicht verzeichnete Steigleitung liegt, aus der sie ihr Löschwasser zapfen kann. Alles in allem brennt in dieser Nacht etwas ab, das es gemäß den Plänen und Verzeichnissen gar nicht geben dürfte.
Kurz darauf wird Bruno zu Verhandlungen gebeten, die der Bürgermeister mit dem amerikanischen Investor Bondino verabredet hat: Bondino will sich in der Gegend als Weinbauer niederlassen und stolze zehn Millionen Euro investieren. Da beschäftigt Bruno nicht nur die Frage, wer das Feld angezündet hat: Je schneller der Täter gefunden ist, umso eher wird Bondino seine Tätigkeit aufnehmen. Ihn beschäftigt auch die Frage, ob so viel Fremdengagement sinnvoll für die Region ist.

Der zweite Fall für Bruno wird entscheidend von Fragen geprägt, die mit einer neuen Zukunft zu tun haben und der Gestaltung der Region. Saint-Denis soll zwar kein Dorf mit abwandernder Jugend werden, aber wie weit die Investitionen in die Zukunft gehen sollen, spaltet die Gemüter. Reicht es, das Sägewerk am Leben zu erhalten oder sind zudem die amerikanischen Gelder nötig? Auch Bruno selbst wird mit der Frage konfrontiert, wo er seine Zukunft sieht. Seine geliebte Isabelle würde ihn sehr gerne nach Paris holen, während Bruno sein Zuhause im Périgord nicht verlassen möchte. Da an der Entscheidung sein privates - und sicher auch berufliches - Glück hängt, fällt sie ihm verständlicherweise nicht leicht.

Wieder zeichnet Walker ein sehr schönes Bild des Périgord, das fast zu spontaner Abreise ins südfranzösische Dorf verleitet. Die eingefangene Stimmung von Weinlese oder Markt gefällt mir eben sehr und nicht zu vergessen ist, dass auch dieses Mal wieder sehr leckere Gerichte auf den Tisch kommen.

Ich fand diesen Fall allerdings nicht ganz so packend wie den ersten, dafür begegneten mir natürlich viele alte Bekannte wieder; darunter auch die Mitglieder der Rugby-Mannschaft, die auch in Grand Cru ein bisschen für Ruhe und Ordnung sorgen. Auch die kleinen Zwistigkeiten, die sich aus den verschiedenen Zuständigkeiten zwischen police nationale und police municipale ergeben, spielen eine Rolle. Bruno und Saint-Denis müssen sich ein bisschen verändern und ich vermute, dass sich im Lauf der nächsten Bände kleine Neuerungen einschleichen. Ich bin gespannt darauf, weil mir die ganze Szenerie nach wie vor sehr zusagt.

Meine Bewertung

bibliografische Angaben

Verlag: Diogenes
ISBN: 978-3-25706-750-7
Originaltitel: The dark vineyard
Erstveröffentlichung: 2009
Deutsche Erstveröffentlichung: 2010
Schauplatz: Frankreich, Périgord
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