Meine literarischen Arbeiten sind kleine Fische
- aber Goldfische sind auch nicht groß.

Hans Hollweg

Das Buch

Bill Bryson - Streiflichter aus Amerika

ISBN-10: 3-442-45124-8

Über den Autor
• auf den Seiten von Bleisatz
• auf der Autorenwebsite

Bestellen bei
Amazon

Kurzbeschreibung / Klappentext

Die USA für Anfänger und Fortgeschrittene: Nach zwanzig Jahren in England kehrt Bill Bryson seiner Wahlheimat den Rücken, um sich mit seiner Familie wieder in Amerika niederzulassen. Mit frischem Blick, geschäft durch die Jahre der Abwesenheit, macht sich Bryson daran, den amerikanischen Alltag unter die Lupe zu nehmen. Mit Witz und Ironie stellt er Betrachtungen an über typisch amerikanische Phänomene: Käse in Sprühdosen, Frühstückspizza, eine 24-Stunden Hotline für Zahnseide und Jahre im voraus programmierbare Videorekorder.

Originaltitel: Notes from a big country (1998)
Deutsche Erstveröffentlichung: 2000
Schauplatz: USA

Mein Leseeindruck

Brillant! Dieses Buch kommt nie wieder runter von meinem Regal, denn für solch ironisches Lesefutter habe ich immer Platz - und ich habe auch immer wieder Lust drauf.
Bryson schrieb für eine Beilage der Mail on Sunday, einer britischen Zeitung, die Kolumne "Streiflichter aus Amerika". Und als Amerikaner, der in England jahrelang gelebt hat, eine spitze Zunge hat und den britischen Humor sicher bestens kennt, war er auch prädestiniert dafür. Wie er selbst im Vorwort sagt, hätte er eigentlich gar keine Zeit gehabt, die Kolumne zu übernehmen. Aber das sei seinem Auftraggeber (zum Glück für uns) völlig egal gewesen.

Sicher, Bryson bedient oft die klassische Schiene der kleinen und großen Vorurteile aus verschiedenen Bereichen: Sozialversicherungsnummer, Waffenbesitz, Essen, Sport, Einkaufen ... Aber das so triefend sarkastisch, dass ich immer wieder laut lachend auf dem Balkon saß und hoffte, meine Nachbarn wären trotz der Hitze alle drinnen und hätten die Balkontüren dicht verschlossen. Nicht zuletzt deshalb dürfte Bryson mit diesem Buch auch so erfolgreich sein. Er übertreibt in der Regel schamlos und hinterlässt oft den Eindruck, als wolle er weiter nichts erreichen als Unterhaltung. Aber er untermauert viele Kolumnenthemen mit realen Zahlen und Statistiken - der wahre Kern ist da.

Bryson verzweifelt beim Einkauf über die sinnlos große Auswahl an Cornflakes und Vitaminpräparaten, er erstellt eine wahnwitzige Anleitung zum Ausfüllen der Steuererklärung (und die sähe in Europa wahrscheinlich nicht anders aus), er freut sich über die Hilfsbereitschaft seiner Landsleute, ärgert sich aber über deren völliges Fehlen, sobald irgendeine winzige Regelauslegung der Hilfsbereitschaft im Weg stehen könnte. Richtiggehend wütend macht ihn der Umgang mit der Drogenprävention. Darüber schüttle auch ich mit dem Kopf und wundere mich - das ganze Buch entlang hoffe ich aber insgeheim, dass Kolumnisten mit spitzer Feder hier weniger Steine des Anstoßes finden. Weiß aber genau, dass dem nicht so ist. (Der Beweis: Bryson hat auch ein Buch über Europa parat... *g*)

Meine Bewertung