Francis Durbridge - Paul Temple und der Fall Curzon

Kurzbeschreibung

In dem kleinen Fischerdorf Dulworth Bay sind zwei Schüler spurlos verschwunden. Als einzigen Hinweis findet die Polizei im Kinderzimmer der beiden einen signierten Kricketschläger, der den geheimnisvollen Namen "Curzon" trägt. Wie ein tödlicher Fluch taucht dieser Name immer wieder auf. Wer steckt dahinter? Ist "Curzon" der Entführer? Britische Gelassenheit und unbeirrbarer Charme führen Paul Temple zielsicher auf die richtige Spur.

gesprochen u.a. von René Deltgen, Kurt Lieck, Peter René Körner und Elisabeth Scherer


Rezension

Paul Temple wird gebeten, sich in dem kleinen Dorf Dulworth Bay um zwei verschwundene Schulbuben zu kümmern. Drei Wochen ist das Verschwinden schon her, als Sir Graham Forbes sich an Temple wendet. Die Polizei weiß nicht weiter und kann an Temple auf der Faktenseite nur eine unklare Signatur auf dem Cricketschläger des einen Jungen vermelden. Der Name „Curzon“ kann im Gegensatz zu allen anderen Unterschriften auf dem Schläger keinem Spieler der Gegend zugeordnet werden. Kurz nach Forbes’ Besuch geht ein Anruf der Dorfbewohnerin Dinah Maxwell ein, die Temple in einem Lokal wichtige Informationen geben will. Spannend genug ist das und ein Kinderspiel in Temples Augen. Das Treffen nimmt eine dramatische Wendung und das Ehepaar Temple macht sich unverzüglich auf den Weg nach Dulworth Bay, um das seltsame Treffen aufzklären. Sie geben sich Mühe, alle wichtigen Personen kennen zu lernen, erleben aber verwirrende Tage, die ihnen zunächst wenig weiterhelfen.

Temples vermeintliches Kinderspiel entpuppt sich als undurchschaubares Mysterium. Da taucht eine Doppelgängerin auf, ein weiteres Kind verschwindet, Telefonate werden gemacht, die später angeblich nicht stattgefunden haben, die Temples werden verfolgt. Und darüber hinaus spart Durbridge auch nicht mit Morden (6 Tote) und Anschlägen auf verschiedene Beteiligte (5 Stück) - verteilt auf acht Aussendungen gab es also immer wieder rätselhafte Kehrtwendungen und spannende Cliffhanger. Zum Besonderen zählt nicht nur die ereignisreiche Erzählstruktur, sondern auch der Stil, den das Ehepaar Temple pflegt. Der Ermittler von Welt beruhigt seine Nerven zum Beispiel mit Whisky oder Gin, wenn die Gattin „es sich erst einmal überlegen will“, statt einfach Ja zu sagen. Und die Gattin reist mit Cognac in der Reisetasche, der zum Einsatz kommt, wenn mal ein Auto in die Luft fliegt. Noch dazu ist Temple eigentlich Schriftsteller, der nebenher zum Privatdetektiv wird - und diesen Nebenjob mit großer Nonchalance erledigt. Temple lässt sich einfach nie aus der Ruhe bringen. Während Steve zwar schneller erschrickt oder beunruhigt ist, sorgt sie mit Intuition und Gefühl dafür, ihrem Mann den einen oder anderen Hinweis zu geben.

Der Fall Curzon ist ein Jubiläumsfall. Zehn Jahre ist es her, dass Temple und Steve seit dem Fall der Zeitungsmorde ein Paar sind. In Deutschland waren nicht alle Fälle aus England auf Sendung, aber Temple nimmt hier sicher Bezug auf „Paul Temple and the front page men“ von 1938 (Curzon stammt im Original von 1948). Die Aufnahme des Hörspiels folgt exakt dem Original; man hört genau, wenn Passagen aus der vorigen Folge zu Beginn der nächsten wiederholt wurden, um den Hörern den Wiedereinstieg zu erleichtern. Nach jeweils einer halben Stunde waren die Radiosendungen seinerzeit beendet. Zwar hört man nun die eine oder andere Minute doppelt, dafür aber kommt man in den Genuss aller originalen Musikarrangements, die immer passend komponiert zu den Ereignissen zwischen den Szenen platziert wurden.

Mit großer Geste klärt Temple den Fall bei einer Cocktailparty auf und wie sich herausstellt, war der Ablauf der Ereignisse in etwa so kompliziert, wie es das Hörspiel für den Zuhörer war. Nicht nur der berüchtigte Curzon hat seinen Teil dazu beigetragen; mehrere Beteiligte haben auf ihre Art und Weise und mangels klarer Aussagen zur umfangreichen Verschleierung beigetragen. Der Curzon-Fall beeindruckte mehr durch die klassische Atmosphäre, sehr gut gemachte Szenen und den stets unbeirrbaren Paul Temple als durch einen richtig guten Fall. Das tut dem Hörvergnügen aber defintiv keinen Abbruch.

Meine Bewertung

bibliografische Angaben

Verlag: Der Hörverlag
ISBN: 978-3-86717-618-7
Originaltitel: Paul Temple and the Curzon Case
Erstveröffentlichung: 1948
Deutsche Erstveröffentlichung: 1951
Schauplatz: England

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