Glaub ja nicht, Leser, dass dieses Buch dich aus den Augen verliert.

unbekannt

Das Buch

Eric-Emmanuel Schmitt - Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran

ISBN-10: 3-150-09118-7

Über den Autor
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Kurzbeschreibung / Klappentext

Momo, gerade elf Jahre alt geworden, wĂ€chst ohne Mutter in der Rue Bleue in Paris auf - und hat auch bald keinen Vater mehr. Monsieur Ibrahim, der GemischtwarenhĂ€ndler in der Straße, nimmt sich seiner an, und von ihm lernt Momo, worauf es wirklich im Leben ankommt.

Erstveröffentlichung: 2001
Deutsche Erstveröffentlichung: 2003
Schauplatz: Paris, TĂŒrkei

Mein Leseeindruck

Die Geschichte um Momo, einen Pariser Buben, startet mit einem spektakulĂ€ren Satz: Der gerade ElfjĂ€hrige knackt sein Sparschwein, um die Prostituierten des Viertels zu besuchen. Was wie eine frĂŒhreife Eskapade anmutet, entpuppt sich in Wirklichkeit als Flucht in eine andere Welt, in der Momo Liebe finden will (die er gar nicht anders definieren kann). Die Mutter hat er nie kennengelernt und der Vater vergrĂ€bt sich hinter seinen BĂŒchern; ein staubtrockener Rechtsanwalt, der laufend von einem Ă€lteren, perfekten Bruder schwĂ€rmt und mit Momo nicht zurecht kommt. Aber Momo hat GlĂŒck und findet im "Araber um die Ecke", dem GemischtwarenhĂ€ndler Ibrahim, einen lebensklugen Tutor - der sich auch um Momo kĂŒmmert, als der Vater stirbt.

Die Geschichte insgesamt ist oft traurig, aber Schmitt nutzt eine lebendige ErzĂ€hlweise, die zwar mitleben lĂ€sst, aber nie in Hoffnungslosigkeit endet. Die ErzĂ€hlung teilt viele kleine Weisheiten fast nebenbei mit und erklĂ€rt das Leben auf eine sehr selbstverstĂ€ndliche Art. Zudem ist die Geschichte zeitweise doppelbödig - mitunter erst auf den zweiten Blick - und trotz aller kleinen Widrigkeiten beweist Ibrahim Momo, dass das Leben durchaus Pfiff hat und Überraschungen bereithĂ€lt. Unter anderem lĂ€sst Schmitt Brigitte Bardot im Laden erscheinen, die von Ibrahim "abgezockt" wird, ohne Probleme, da er es charmant begrĂŒnden kann. Ibrahim schafft es, Momo auf eine lebensnahe Art und kein bisschen "pĂ€dagogisch" offen fĂŒr das Leben zu machen, etwas, was der in Erinnerungen und Theorien versunkene Vater nie auch nur annĂ€hernd geschafft hat (und der auch sein eigenes Leben irgendwann als sinnlos beendet).

Genau das hat mir am Buch gefallen: Dass es nicht belehrend daherkommt, sondern gelassen seine Geschichte erzĂ€hlt und auf den erhobenen Finger völlig verzichtet. Das Nachdenken darĂŒber bleibt jedem selber ĂŒberlassen.

Meine Bewertung