Schreib den ersten Satz so,
dass der Leser unbedingt auch den zweiten lesen will.
William Faulkner
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ISBN-10: 2-012-35706-7 |
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Doria a 15 ans, un sens aigu de la vanne, une connaissance encyclopédique de la télé, et des rêves qui la reveillent. Elle vit seule avec sa mère dans une cité de Livry-Gargan depuis que son père est parti un matin dans un taxi gris trouver au Maroc une femme plus jeune et plus féconde. Ça, chez Doria, ça s'appelle le mekotub, le destin: "Ça veut dire que quoi tu fasses, tu te feras toujours couiller." Alors autant de ne pas trop penser à l'avenir et profiter du présent avec ceux qui l'aiment ou font semblant. Sa mère d'abord, femme de ménage dans un Formule 1 de Bagnolet et soleil dans sa vie. Son pote Hamoudi, un grand de la cité qui l'a connue alors qu'elle était "haute comme une barrette de shit". Mme Burlaud, sa psychologe, qui met des portes-jarre-telles et sent le Parapoux. Les assistentes sociales de la mairie qui défilent chez elle toujours parfaitement manicurées. Nabil le nul qui lui donne des cours particuliers et en profite pour lui voler son premier baiser. Ou encore Aziz, l'épicier du Sidi Mohamed Market avec qui Doria essaie en vain de caser sa mère. Il se mariera sans les inviter? Peu importe, "Maman et moi on s'en fout de pas faire partie de la jet-set."
Erstveröffentlichung: 2004
Schauplatz: Paris
Die fünfzehnjährige Doria lebt mit ihrer Mutter allein in einem der Pariser Vororte, den sogannanten banlieus. Der Vater ist vor wenigen Monaten erst Richtung Marokko abgehauen, um sich eine jüngere Frau zu suchen und den ersehnten Stammhalter zu zeugen. Von der Schule und der Gemeinde werden Doria und ihre Mutter seither mit einigen Sozialleistungen unterstützt - ein Tropfen auf den heißen Stein und in Dorias Augen finden beileibe nicht ale Anstrengungen Gnade. Sie erkennt zielsicher, welche der entsandten Personen ernsthaft Interesse an Hilfe haben und welche mitleidig oder hochnäsig mit ihnen und anderen Bewohnern des Viertels umgehen.
Guène erzählt den Alltag in Form kleiner Anekdoten und kommentiert mit spitzer Zunge die Begegnungen und täglichen Herausforderungen. Was vordergründig spritzig und kurzweilig geschrieben ist, entpuppt sich an mancher Stelle als ernster Denkanstoß und als Kritik an der aktuellen Situation in den banlieus. Da ist z.B. der elsässische Chef der Mutter Yasmina, der sich zwar ungeheuer aufregt, wenn man seinen Namen (ungewollt) falsch ausspricht, der die Mutter andererseits aber respektlos stets als "die Fatma" ruft und anspricht. Da sind Lehrer, die Doria nicht glauben, dass sie wegen Ramadan tagsüber nicht in die Kantine muss und die nach vollendeter Arbeit mit "gutem Gewissen" in ihre eigenen Viertel zurückkehren und in der Bar fabulieren, wie schwer das Unterrichten in der Vororten sei. Als ganz selbstverständlich kommen die unterschiedlichen privaten Hemmnisse zur Sprache: Von den Verwandten, die Doria an einen "schielenden Esel" verheiraten wollen, von wohlhabenderen Bekannten, die arrogant auf Dorias Familie heruntersehen oder von liebgewordenen Freunden, die auf die schiefe Bahn geraten.
Der Erzählstil ist kurzweilig und sehr unterhaltsam und öffnet auf lebhafte Weise einen Blick in Dorias Lebens- und Gedankenwelt. Das Mädchen kommentiert seine Welt sehr pragmatisch und hat sich dank seiner Erfahrungen einen unschätzbaren Wertekodex entwickelt: "Je suis fière de ma mère. C'est la dignité, le genre de trucs qu'on t'apprend pas à l'école." Bei allen Widernissen bleibt Doria ein positiver Mensch, der sicher ist, seinen Weg zu finden. Sie findet am Ende, dem "kif-kif demain", dem ewig gleichen täglichen Trott entkommen zu können und plant sich ihre Zukunft.