Meine literarischen Arbeiten sind kleine Fische
- aber Goldfische sind auch nicht groß.

Hans Hollweg

Fundus

Historische Spuren auf der Halbinsel Mönchgut

Die pommersche Gutsherrin trämt von einem Sommer ohne Gäste und gesellschaftliche Verpflichtungen, mit viel Muße für ihren Garten und die Lektüre ihrer Lieblingsbücher. So hat es Elizabeth von Arnim zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus der Feder fließen lassen. "Einsamer Sommer" heißt das Büchlein, das einst ein Bestseller war und noch heute erhältlich ist. Es geht zurück auf einen Besuch der Schriftstellerin auf der Insel Rügen.

Nun, Muße und Erholung werden die Reisenden hundert Jahre später auf Rügen sicher auch finden. So ganz ohne Gäste geht es auf Deutschlands größter Insel jedoch nicht. Folgt man den Spuren Elizabeth von Arnims kommt man an der Halbinsel Mönchgut nicht vorbei. Es lohnt sich, denn schließlich begann hier bei dem Domizil der Mönche die Geschichte Rügens. Im Jahre 1168 erlebte das slawische Rügen die Erstürmung seiner berühmten Tempelburg. Das Fürstentum verlor seine politische und wirtschaftliche Vorherrschaft an das Dänische Königreich. Fürst Jaromar musste den christlichen Glauben annehmen und überließ die dünn besiedelte südöstliche Halbinsel dem Orden der Zisterziensermönche aus dem Kloster Eldena bei Greifswald. Sie bauten einen Klosterhof, gründeten eine Kirche, einen Mühlenstandort, eine Schmiede und schließlich ein Gasthaus - das Erste auf der Insel Rügen.

Eben in jenem Gasthaus machte Elizabeth von Arnim auf ihrer Rügenreise Station. Ihr zu Ehren wurde ein besonderes Gericht gereicht: Flunder auf heißen Stachelbeeren. Gekochte Stachelbeeren dienten als Bett für die Scholle, dazu werden Salzkartoffeln serviert. "Eine auf den ersten Blick gewagte Kombination", sagt Micha Böttger vom Hotel zur Linde, "aber probieren sie es mal selbst." Denn noch heute steht dieses Gericht auf der Speisekarte. Mit 11,50 Euro ist der Gast dabei.

Link zum Gasthof zur Linde

Pressemitteilung vom Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern
erschienen im Februar 2003