Das ist ein hässliches Gebrechen, wenn Menschen wie die Bücher sprechen.
Doch reich und fruchtbar sind für jeden, die Bücher, die wie Menschen reden.
Oskar Blumenthal
Das Buch "Verzauberter April"
basiert auf einem Besuch im italienischen Portofino. Elizabeth reiste 1921 dorthin, um Impressionen für einen Roman zu sammeln.
Die erste Verfilmung des Romans stammt von 1935 mit Harry Beaumont als Regisseur. Star der Verfilmung war Ann Harding (als Lottie Wilkins), die in den 1930er Jahren eine sehr prominente Schauspielerin war.
1991 wurde das Buch erneut mit Mike Newell als Regisseur verfilmt, produziert von BBC Films (nach Angaben des Verleihs mit einem Einspielergebnis
von über 13 Mio. $). Den passenden Drehort fanden die Produzenten in Portofino selbst, in der
Festung San Giorgio (mehr zum Drehort weiter unten).
Fassung 1935
Schauspieler (Auswahl): Ann Harding, Katherine Alexander, Reginald Owen
Drehbuch: Kane Campbell
Fassung 1991
Schauspieler (Auswahl): Miranda Richardson, Joan Plowright, Josie Lawrence, Polly Walker
Alfred Molina, Michael Kitchen, Jim Broadbent
Drehbuch: Peter Barnes
• The Hollywood Foreign Press Association/Golden Globe:
2 Awards von 3 Nominierungen, die 1993 für die Verfilmung ausgesprochen bzw. verliehen wurden
• Internet Movie Database:
alle Awards und Nominierungen für verschiedene Filmpreise - und viele Informationen mehr
• Cinemusic: Einen Soundtrack als solchen gibt es nicht separat zu
kaufen. Von Sir Richard Rodney Bennett, der für die Verfilung von 1991 komponiert hat, gibt es allerdings einen Sampler, der ein Stück aus dem Film enthält.
Für die Verfilmung von 1991 ging die Crew an die ligurische Küste, genauer gesagt, in das ehemalige Fischerdörfchen Portofino. Portofino liegt ca. 30 km südlich von Genua und die "Fortezza di San Giorgio Brown" bot die richtige Kulisse für den Film.
Die Festung schaut auf eine lange Geschichte zurück; auf Grund der strategisch günstigen Lage bauten bereits die Römer an dieser Stelle Türme oder Befestigungen, die im Lauf der Jahre immer wieder verändert und erweitert wurden.
Im Jahr 1870 wurde die Festung das Zuhause von Sir Montague Yeats Brown, einem englischen Konsul aus Genua (eine andere Quelle nennt
als Kaufdatum das Jahr 1845 und einen Kaufpreis von ca. 7000 £. Vorbesitzer soll der sardische König gewesen sein). In den folgenden
Jahren stellte Brown eine üppige Einrichtung mit wertvollen Keramiken, zur Epoche passenden Möbeln und anderen Antiquitäten
zusammen, während sein Architekt Alfredo d'Andrade bei der Renovierung für einen geeigneten baulichen Rahmen sorgte. Nach
einem Privatverkauf 1949 ging die Festung 1961 an die Gemeinde, die heute in Museum dort unterhält.
Yeats setzte so etwas wie den Startschuss für den Tourismus, denn er und seine Freunde machten das Fischerdorf in der europäischen Aristokratie schnell bekannt. Als Gast des Champagnerbarons Alfons von Mumm ließ sich 1914 auch Kaiser Wilhelm an der Küste blicken. Angeblich lief er nicht einen Meter freiwillig, sondern ließ sich in einer Sänfte auf den Hügel tragen. Und auch Lord Carnavorn, der Entdecker des Tutanchamun-Grabs, ließ sich in Portofino nieder. Den Ruf, ein High Society-Ort zu sein, hat Portofino übrigens bis heute.
Jeder, der zum Leuchtturm steigt, kommt am Drehort vorbei. Auf dem Luftbild ist das Castello auf der Hügelkuppe rechts vorne ziemlich gut zu sehen. Mit dem Auto lässt sich Portofino nicht erforschen, Fußm¨rsche sind angesagt - zum Castello bzw. zum Leuchtturm ohnehin, denn schon am Hafen geht es mit Treppenstufen los.
Das echte Castello?
In ihrer Biografie schreibt Usborne, dass Elizabeth im Jahr 1921 genau in diesem Castello gewohnt habe, als sie sich zum Roman "Verzauberter April" inspirieren ließ. Sie habe es vom Besitzer Francis Yeats Brown gemietet. Dieser ist der Sohn des Castello-Käufers, Offizier und Schriftsteller. Francis lebte von 1886 bis 1944 und wurde in Genua geboren. Auch Jüngling und Roßbeck nennen in ihrer Biografie dieses Reiseziel, das im Roman zum Castello San Salvatore wird.
Die Anreise dorthin, in das Dörfchen Castagneto, wird im Roman über die Orte Genua, Nervi und Mezzago beschrieben. Einen Teil dieser Orte gibt es allerdings nicht zwischen Genua und Portofino. Wie so oft verschwimmen auch hier die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit.
Die Schriftstellerin Vita Sackville-West schreibt in einem Brief:
"Es gab dort einen schönen Garten, mit Iris und Narzissen, die bereits blühten, und Oliventerrassen, die sich zum
Meer hinunterzogen. Noch besser war, dass das Castello von Portofino Schauplatz des bekannten Romans The Enchanted
April ... von Elizabeth Russell war" (Quelle: Marianne Flassbeck)
Die Verfilmung ist insofern also ein Glücksgriff, da die Produzenten beim Drehort offensichtlich auf die reale Quelle der Inspiration von Elizabeth von Arnim zurückgreifen konnten.