A book is to me like a hat or a coat - a very uncomfortable thing until the newness has been worn off.

Charles B. Fairbanks

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Die schreibende Verwandtschaft

Die Familie von Arnim begründet ein Adelsgeschlecht aus der Uckermark, das sich bis ins 13. Jahrhundert zurück verfolgen lässt. Elizabeth wurde durch ihre Heirat mit Henning August Graf von Arnim-Schlagenthin ein Familienmitglied.
Direkt verwandt mit Elizabeth von Arnim ist Katherine Mansfield; die beiden sind Cousinen. Aber auch die anderen Autoren der einzelnen Familienzweige gehören mehr oder weniger direkt zu Elizabeths Verwandtschaft — Elizabeth wird auch auf der Website des Familienverbands genannt.

Bettina von Arnim :: Achim von Arnim :: Katherine Mansfield
Elisabeth von Heyking :: Gisela von Arnim :: Clara von Arnim

 

Bettina von Arnim (1785-1859)

egtl. Catharina Elisabetha Ludovica Magdalena von Arnim, geb. Brentano

Die Frankfurterin kommt aus einer italienisch-stämmigen Familie. Das später von ihren Brüdern geleitete "Haus zum Goldenen Kopf" war Zentrale einer blühenden Ex- und Importfirma. Den intensiven Briefwechsel zwischen ihr und ihrem Bruder Clemens hat sie 1844 selbst veröffentlicht. Befreundet war sie u.a. mit Karoline von Günderode, Goethes Mutter und schließlich auch mit Goethe selbst. Darauf basiert auch der 1835 veröffentlichte (stark überarbeiteten) Briefwechsel.
1811 heiratet sie Achim von Arnim, den sie über ihren Bruder kennen lernte; die Zeit der Ehe (mit sieben Kindern) verbrachte sie bis 1817 auf Arnims Gut Wiepersdorf, dann meist getrennt von ihrem Mann bis zu seinem Tode 1831 in Berlin.
Danach begann sie, sich politisch zu engagieren. Beispielhaft dafür sind die fiktiven Gespräche zwischen der Mutter Goethes und der Mutter von König Friedrich Wilhelm IV., die sie 1843 herausgab. Das Buch wurde wegen seiner sozialkritischen Ansätze in Bayern und auch in Preußen verboten.

Achim von Arnim (1781-1831)

egtl. Karl Joachim Friedrich Ludwig von Arnim

Sein Vater war Gesandter Friedrichs des Großen. Die Mutter starb bei seiner Geburt und Achim wurde von der Schwiegermutter erzogen. Er studierte Rechtswissenschaften in Halle, Mathematik und Physik in Göttingen. Bildungsreisen mit seinem Bruder führten ihn u.a. mit Clemens Brentano zusammen, mit dem er später "Des Knaben Wunderhorn" herausbrachte.
Literaturwissenschaftler beschreiben Achim als einen Hauptvertreter der Romantik und bescheinigen ihm ein stark konservatives, romantisches und phantastisch geprägtes Lebensgefül.

Katherine Mansfield (1888-1923)

egtl. Kathleen Murry, geb. Mansfield Beauchamp

Katherine ist eine Großcousine von Elizabeth. Die beiden kannten sich gut und informierten sich gegenseitig ihre Werke.
1909 hatt sie eine kurze, unglückliche Ehe mit George Brown, den sie bald nach der Hochzeit wieder verließ. 1911 traf sie John Middleton Murry, einen ehemaligen Literaturkritiker und Politiker, den sie 1918, nach der Scheidung von ihrem ersten Mann heiratete. In demselben Jahr erkrankte sie an Tuberkulose, von deren Nachwirkungen sie immer wieder Erholung in Frankreich und der Schweiz suchte. In die Jahre danach fallen jedoch die besten ihrer Werke, darunter Bliss, ihre Familienmemoiren, und The Garden Party. Während ihres Lebens erlebte Mansfield nur die Auflage dreier Bände mit ihren Werken. In Frankreich starb sie im Januar 1923 an einer Lungenkrankheit.
Zu den befreundeten Autoren zählten Aldous Huxley, Virginia Woolf und D.H. Lawrence. Eine Biografie notiert über ihre Werke: "Mansfield's creative years were burdened with loneliness, illness, jealousy, alienation - all this reflected from her work in the bitter depiction of marital and family relationships of her middle-class characters."

Elisabeth von Heyking (1861-1925)

geb. Elisabeth Auguste Louise Helene Melusine Maximilian Gräfin Flemming, Enkelin von Achim und Bettina von Arnim

Ihr Buch "Briefe, die ihn nie erreichten" war Anfang des Jahrhunderts ein echter Renner. Im Jahr des Erscheinens 1903 musste über 90mal nachgedruckt werden. Insgesamt brachte die Briefsammlung es auf gut 1,5 Mio. Auflage.
Ihre Mutter war Armgart von Arnim, Tochter von Bettina und Achim. Geboren wurde Elisabeth am 10.12.1861 in Karlsruhe. Und wie so viele Biografien aus dem Clan verläft auch ihr Leben reichlich turbulent. Mit 18 heiratete sie Professor Dr. Dr. Stephan Gans Edler Herr zu Putlitz, Professor für Nationalökonomie. Schon kurz nach der Hochzeit lernte sie Edmund von Heyking kennen, einen Studienfreund ihres Mannes. Da die Ehe offensichtlich ziemlich schrecklich war, traf sie sich häufig mit ihm und die Bekanntschaft wuchs sich bald zu einem Skandal aus. Von Putlitz brachte sich um; der Selbstmord wurde vor der Öffentlichkeit als Duell getarnt. Danach begann ein Tauziehen mit den Schwiegereltern um die kleine Tochter, das die Boulevardpresse gut 2 Jahre unterhielt. Nachdem sie das Sorgerecht erhalten hatte, heiratete sie von Heyking.
Mit von Heyking, der in den konsularischen Dienst ging und später Diplomat wurde, ging's dann um die Welt: New York, Chile, China, Mexiko und Serbien gehörten zu den Stationen von Elisabeth.

Gisela von Arnim (1827-1889)

Zusammen mit ihren Schwestern gründete Gisela den Kaffeter-Kreis, zuerst als "Jungfrauen-Orden", später wurde es ein literarischer Salon, zu dem auch Männer zugelassen waren (Ehrenmitglieder waren Hans Christian Andersen und Emmanuel Geibel). 1859 heiratete sie Herman Grimm, einen Sohn Wilhelm Grimms.
Zu ihren Werken zählen viele Märchen, darunter "Mondkönigs Tochter" von 1844, "Aus den Papieren eines Spatzen" von 1848 und verschiedene Märchenspiele, z.B. "Die gelbe Haube".

Clara Freifrau von Arnim (*14.8.1909)

geb. von Hagens

Ihr Ehemann Friedmund von Arnim ist der Urenkel von Bettina und Achim. Clara von Arnim engagiert sich für die Bewahrung des kulturellen Erbes ihrer Familie und sie ist Ehrenvorsitzende des "Freundeskreises Schloss Wiepersdorf", der "Internationalen Arnim-Gesellschaft" und Mitglied der "Bettina-von-Arnim-Gesellschaft".
Sie selbst veröffentlichte "Der grüne Baum des Lebens - Erinnerungen einer märkischen Gutsfrau"