Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt.
Arabisches Sprichwort
Schön wärs ja: Einen Satz in das Programm einspeisen und schon kann man seine Internet-Ergüsse mit den Spaniern teilen oder umgekehrt verstehen, was die Griechen zum neuen Lieblingsbuch zu sagen haben. Die Realität sieht anders aus und solche Programme haben nur ein Gutes: Man kann einen fremdsprachigen Text immerhin so weit übersetzen, dass man seinen Sinn versteht und dass man sich orientieren kann. Alles andere ist unbrauchbar.
Ich finde in Übersetzungsprogrammen stets einen Quell der Erheiterung. Vor einigen Jahren wurde ein Text von mir mit einem Translator bearbeitet und was dabei herauskam, erzielte tatsächlich die sprachliche Qualität eines progressiven Experimentallyrikers!
Ein einsamer Tag - beschäftigen Sie mich mit Bestimmung der Arbeit. Ich glaube, ich mich erhielt das Buch nur, weil es so schön grün ist. Das Foto auf dem Titel ist auch grün, nur dunkler. Aber es funktioniert nicht merkwürdig; der Mann in der Abbildung schaut, als ob er zu mir sprechen möchte gleich. Ich stelle mich vor, über das ich mit ihm sprechen könnte. Ein Mann, der ist grün und in den Leben eines Buches... liest auch die Zeitung, kennt ihn nur die Seiten seines Buches? Möglicherweise muss ich ihm erklären, warum für sein Buch nur die Farbe mich interessiert.
Hardcore-Prosa? Ach was, das klang vorher einmal so:
A lonely day - employ me with provision of work. I believe, I only got myself the book, because it is so beautifully green. The photo on the title is also green, only darker. But it does not work strangely; the man in the picture looks, as if he wants to address me equal. I introduce myself, about which I could talk with him. A man, that is green and in a book lives... reads also the newspaper, knows he only the pages of his book? Perhaps I will have to explain to him, why in its book only the color interests me.
Bei soviel Sprachgewalt traut man sich gar nicht zu sagen, dass der Originaltext eigentlich unspektakulär war:
Ein einsamer Tag - beschäftige mich mit Arbeitsbeschaffung. Ich glaube, ich habe mir das Buch nur geholt, weil es so schön grün ist. Das Foto auf dem Titel ist auch grün, nur dunkler. Aber es wirkt nicht seltsam; der Mann auf dem Bild schaut, als wolle er mich gleich ansprechen. Ich stelle mir vor, über was ich mit ihm reden könnte. Ein Mann, der grün ist und in einem Buch lebt... liest der auch Zeitung, kennt er nur die Seiten seines Buches? Vielleicht werde ich ihm erklären müssen, warum mich an seinem Buch nur die Farbe interessiert.
Soll man solch profane Texte da noch an die Öffentlichkeit bringen? Jedenfalls finde ich, dass auch angesehene Autoren durchaus von dieser Technik profitieren können. Haben diese berühmten ersten Sätze der Weltliteratur nicht enorm im sprachlichen Ausdruck gewonnen?
• Es ist eine allgemeinhin bestätigte Wahrheit, die ein einzelner Mann im Besitz eines Glücks, muss innen sein wünscht von einer Frau.
• Im Zehnteljahrhundert lebte ein Mann in Frankreich, das dem scharfsinnigsten gehörte und Formen der Armen dieser Epoche nicht in den scharfsinnigen und schrecklichen Formen abscheulichsten.
• Wann treffen wir drei wir, folgende Zeiten mit Regen, Donner, Wetterstrahl? Wenn das Durcheinander ist zerronnen, kämpfen Sie verlorenes und gewonnen.
Jane Austen, Patrick Süskind und William Shakespeare können sich doch nur bedanken ;-)
© Bettina Schnerr-Laube, Juli 2008