Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt.
Arabisches Sprichwort
Sicher standen Sie auch schon zweifelnd vor dem Bücherregal, um das nächste Buch auszuwählen - ohne jedoch eine zufriedenstellende Wahl getroffen zu haben. Hand und Auge wandern die Buchrücken entlang, ein Buch wird heruasgenommen, gedreht, angeschaut, gewendet ... und doch wieder ins Regal gestellt.
Ich schlage Ihnen eine Lösung vor, die Ihnen sicher immer wieder Überraschungen garantiert: Suchen Sie sich ein beliebiges Krierium - egal, wie merkwürdig es erscheinen mag - aber wird (fast) immer Bücher geben, die das Kriterium erfüllen und die gerade deshalb einen Platz auf dem Tischchen neben dem Lesesessel verdienen.
Das glauben Sie nicht? Ich habe jemandem mal eher aus Jux vorgeschlagen, Autoren beginnend mit den Buchstaben B, I, G, E und N zu suchen, die in irgendeiner Weise mit Genf zu tun haben müssen. Eine halbe Stunde später bekam ich fünf passende Vorschläge:
• B= Nicolas Bouvier (Schweizer Schriftsteller, in
Genf aufgewachsen)
• I= Reinhard Inglin (Schweizer Schriftsteller, studierte u.a. in Genf)
• G = Friedrich Glauser (Schweizer Schriftsteller, wird vom Vater nach
Genf geschickt)
• E = Isabelle Eberhardt (Reiseschriftstellerin, in Genf geboren)
• N = Vladimir Neff (tsch. Schriftsteller, besuchte Wirtschaftakademie
in Genf)
Bleisatz geht natürlich mit gutem Beispiel
voran und liefert mit den Leseprojekten
bereits jetzt einige mögliche Variationen dieses Spielchens - und es
werden hier sicher nicht die Ideen ausgehen ;-)
Wie gut es klappt, sich die Autoren nach den Anfangsbuchstaben des Namens auszuwählen, kann man z. B. bei meinen Krimilektüren verfolgen.
Wie wäre es, sich die Zahlen von 1 bis 10 vorzuknöpfen? Von "Der erste Mord" über "Der dritte Zwilling" bis hin zu "Zehn kleine Negerlein" bieten Krimi- oder Romantitel eine große Spielwiese. Genauso gut machen sich Farben: "Die Farbe Blau", "Rot wie die Liebe", "Schwarze Sekunden" oder "Violett ist die Nacht" sind nur einige Buchtitel, die für den literarischen Regenbogen geeignet sein könnten.
Auch, wenn Sie sonst froh sind, dass kein Nachbar
weit und breit denselben Namen hat, aber vielleicht wäre es einen
Versuch wert, Namensvettern unter den Autoren zu suchen. Wieviele
Autoren haben denselben Nachnamen? Und wieviele haben sogar noch den
Vornamen mit Ihnen gemeinsam? Hier könnte ein Treffer verborgen sein.
Literaturpreise geben stets auch ausreichend Lesefutter her. Ob Booker-Preis, Literaturobelpreis, Kiriyama-Preis, Prix Gancourt, Deutscher Krimi-Preis oder der Somerset Maugham Award ... Wer sich nicht allzuviel auf einen Schlag vornehmen will, startet vielleicht mit den Preis des Europäischen Buches, der wurde 2007 zum ersten Mal verliehen ...
Nicht zuletzt bieten die Schauplätze eine wunderbare Möglichkeit, Lektüre zu wählen. Ganz egal, ob man dort schon gewesen ist oder dort gerne einmal hin möchte. Hilfreich ist hier übrigens Handlungsreisen, wo Orte gezielt nachgeschlagen werden können.
Alles klar?
Dann viel Spaß beim Stöbern in der Buchhandlung, in der Bibliothek oder
dem Buchregal der besten Freunde. Und viel Spaß beim Kreieren eigener,
neuer Kriterien.
© Bettina Schnerr-Laube, September 2008