Das ist ein hässliches Gebrechen, wenn Menschen wie die Bücher sprechen.
Doch reich und fruchtbar sind für jeden, die Bücher, die wie Menschen reden.
Oskar Blumenthal
Wieviele neue Krimis erscheinen wohl pro Jahr in Deutschland? Rund 700, sagt die Jury der KrimiWelt-Bestenliste. Man kann auch auf 800 kommen, wie die Autoren auf krimi-schreiben.de, wenn man 200 deutsche Titel und 600 angelsächsische Titel zählt (und dabei französiche, finnische, russische oder italienische etc außen vor lässt oder ganz unkonventionell vielleicht zu den ganzen nicht-deutschen hinzu rechnet). Egal, jedenfalls sind es so viele, dass man als Normalsterblicher ganz offensichtlich schnell den Überblick verliert und es niemals schaffen wird, irgendwie up to date zu bleiben.
Eine Möglichkeit, sich womöglich die Rosinen heraus zu picken, ist die, einfach andere die Arbeit tun zu lassen. Das erledigen in unserem Fall monatlich 19 Juroren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die sich aus den Neuerscheinungen - egal, ob Originalsprache Deutsch oder Übersetzung - monatlich je vier herauspicken. Ganz so einfach machen sie es sich dann aber im Folgenden nicht: Die vier Krimis werden mit abgestuften Punkten bewertet und dann wird auch noch geschaut, ob mehrere Juroren in einer Abstimmungsrunde dasselbe Buch bewertet haben. Jeder darf insgesamt drei Mal für das gleiche Buch stimmen.
Jeden Monat kommt dabei eine TopTen heraus, die KrimiWelt-Bestenliste. Einmal im Jahr werden alle noch einmal in den Topf geworfen für die besten Krimis des Jahres. Für 2009 kommt am Ende diese Liste heraus:
funktioniert also bei jedem unterschiedlich, merke ich. Immerhin ist mit Fred Vargas eine Autorin vertreten, die ich kenne und bei ich immer daran denke, dass ich unbedingt wieder etwas von ihr lesen muss. Weiter sind drei Autoren dabei, die in diesem Jahr auf meinem eigenen Radar gelandet sind (Roger Smith, Wolf Haas und Richard Stark - im ersten Fall sogar mit dem o.g. Krimi). Danke an die 19 Juroren, die mir die Arbeit abnehmen und mit 25% ihrer Tipps mein ganz persönliches Radar bestätigen, mit 75% vielleicht den einen oder anderen Hinweis geliefert haben.
© Bettina Schnerr-Laube, Februar 2010