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Jahresrückblick 2017

Jahresrückblick 2016

Buchsaiten Blogparade No. 8

Andere sonnen sich schon in den Vorschauen 2017, ich tummle mich mit satter Verspätung noch mit einem Jahresrückblick. Die zugehörige Buchsaiten Blogparade gehört inzwischen zur schönen Tradition und wird in diesem Jahr von Die Liebe zu den Büchern bewirtet.

Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir wenig versprochen habe, das mich dann aber positiv überrascht hat?

Lasst mich mit einem Sachbuch anfangen: Alles ist relativ und anything goes von John Higgs. Den Angelsachsen gehört ja der Ruf, sie könnten wissenschaftliche und anspruchsvolle Themen verständlich und unterhaltsam aufbereiten. Higgs gehört zu jenen Autoren, die diesen Ruf nach Kräften festigen. Seine Zeitreise durch das 20. Jahrhundert ist absolut rund geschrieben, scheut sich auch nicht vor der Relativitätstheorie und bereitet bedeutende Ereignisse aus Kunst, Wissenschaft und Technik mit einer sehr interessanten Schlussfolgerung auf.

Und mit Getaway von Jim Thompson entdeckte ich einen kleinen Schatz. Ich wusste wohl, dass dieser Krimi zu den Klassikern des Genres gehört, der Film wesentliche Teile außer Acht lasse und was man sonst so von bekannten Klassikern eben manchmal aufschnappt. Was ich dann zu lesen bekam, war ein Roman, der die Grenzen typischer Krimis sprengt und ein Ende mit langem Nachhall serviert.

Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir viel versprochen habe, das mich dann aber negativ überrascht hat?

Auch nach reiflichem Überlegen kam ich nur auf einen Titel (was mich umgekehrt aber auch freut): Dirk Bathens Zeitgruppe Null. Ein Buch, das einen Haufen Themen ankratzt und bei keinem richtig bleibt. Es dreht sich, so heißt es jedenfalls, im Wesentlichen um Perfektionismus und Perfektionierungswahn, aber in seiner absolut fragmentarischen, unfertigen Art kann ich das Buch nicht einmal als Fragestellung, bewusste Provokation oder Kontrapunkt auffassen. Es war ein Kampf um jede Seite und einer jener Titel, bei denen ich mich hinterher immer frage, warum ich eigentlich nie Bücher abbreche, sondern immer brav zu Ende schufte.

Welches war eure persönliche Autoren-Neuentdeckung in diesem Jahr und warum?

Ziemlich am Jahresende die eine und am Jahresanfang die andere Entdeckung: James McClure lernte ich mit Song Dog kennen, jenem Band seiner Zondi/Kramer-Serie, in der sich die beiden so gegensätzlichen Ermittler in Südafrika mitten in der Apartheid kennen lernen. Alle acht Teile wurden vom Unionsverlag neu aufgelegt. Außerdem neu entdeckt ist William Shaw mit Abbey Road Murder Song, dem ersten Teil einer Krimitrilogie, die im London der späten 1960er Jahre spielt.

Welches war euer Lieblings-Cover in diesem Jahr und warum?

Wie üblich gibt es kein einzelnes Cover, das in irgendeiner Form heraussticht, sondern es gibt wie immer eine kleine Galerie.

Welches Buch wollt ihr unbedingt in 2016 lesen und warum?

Nachdem ich gerüchteweise gehört habe, dass demnächst irgendwann der dritte Teil seiner Tokio-Trilogie zu erwarten sei, sollte ich mit dem ersten Band jener Serie von David Peace anfangen und danach mit dem zweiten weitermachen.


Grafik: Petra Lux

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