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Anthony Coles – Ein Gentleman in Arles: Mörderische Machenschaften

Anthony Coles - Ein Gentleman in Arles: Mörderische Machenschaften; Pendo Verlag“Ein Gentleman in Arles“ von Anthony Coles  ist nicht unbedingt ein typischer Provence- oder Frankreich-Krimi, wie es derzeit viele auf dem Markt gibt. Kein Kommissar, kein Ermittler, sondern ein Mann im Ruhestand namens Peter Smith ist die Hauptfigur. Smith ist ausgewandert, war einst Lehrer für Kunstgeschichte, Unternehmensberater und Geheimdienstler. Dieser und sein Hund Arthur geben sich hier die Ehre und ihr Debüt in der Stadt Arles im Süden Frankreichs.

Direkte Parallelen ergeben sich bis auf die Tätigkeit als Geheimdienstler zum Autor Anthony Coles, der selber in Arles lebt und von daher mit seiner Ortskundigkeit und Liebe zur Gegend aufwarten kann und dies auch gekonnt darstellt.

Seinen Held bekommt nach einem Besuch in der Stierkampfarena einen Schlag auf den Hinterkopf und erwacht unter der Leiche von Robert DuGresson. Zwar noch verwirrt und benommen, erkennt er aber Ungereimtheiten im Krankenhaus mit dem Arzt und anschließend sogar mit einem Polizisten. Als ihn kurz danach auch noch die nicht gerade trauernde Witwe Martine DuGresson um seine Hilfe in der Aufklärung zum Tod ihres Gatten bittet, sind seine Neugier und Spürsinn geweckt.

Während der Ermittlung, gibt der Autor dem Leser immer mehr Einblicke über die Figur Smith und dessen Vergangenheit und seinem Vorleben. Man kommt ihm, sonst als Einzelgänger dargestellt und nur mit einem guten Freund Gentry an der Seite, ebenfalls Engländer, näher. Die beiden treffen sich ab und an zu einem Kaffe, unterhalten sich über Spielergebnisse der englischen Liga oder über die gemeinsame Leidenschaft zum Rugby. Gentry ist jemand, dem Smith vertraut, er wird eingeweiht und hilft ihm fortan bei seiner Recherche.

Bis zur Hälfte schlägt der Krimi einen eher ruhigen Ton an, viele nachvollziehbare, sehr bildliche Beschreibungen von Kultur und Landschaft werden aufgezählt und als Leser hat man einen wunderbaren Eindruck des Schauplatzes, der Gegend. Dann nimmt die Spannung zu, weitere Todesfälle und verdächtige Personen tauchen auf. Es geht um EU-Gelder und Dateien auf einem Computer, die nichts Gutes ahnen lassen, Machenschaften einer Organisation. Man rätselt unwillkürlich mit und spekuliert über die Zusammenhänge.

Der Krimi bietet gute Unterhaltung und überzeugt bis zum Ende, inklusive der Auflösung. Smith ist gerade wegen seiner Eigenarten, aber auch wegen seines Stils, der galanten Art ein Sympath, der vor allem die weiblichen Leserinnen ansprechen wird. Für meinen persönlichen Geschmack hätte der Krimi insgesamt etwas spannender und mit ein paar kulinarischen Beschreibungen weniger ausgestattet sein können. Ein ausbaufähiger Auftakt, man darf auf die Entwicklung von Smith und den Geschehnissen in und um Arles gespannt sein.

Bibliografische Angaben

Verlag: Pendo
ISBN: 978-3-492-99004-2
Originaltitel: A Retirement Disturbed: A Story of Murder and Mystery in Provence
Erstveröffentlichung: 2016
Englische Erstveröffentlichung: 2018
Übersetzung: Michael Windgassen

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