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Book & Bed Tokyo; Location: Kyoto.

Bookish dreams in Tokyo

Wer nach Japan reist, muss irgendwo übernachten. Ryokan, Capsule Hotels, Airbnb, Business Hotels, Internet Cafés … es gibt eine Menge Auswahl für die verschiedensten Ansprüche und Budgets.

Für Bücherfreunde gibt es in Japan seit 2015 eine Handvoll alternative Anlaufstellen: Das Book & Bed-Konzept und das Tsutaya Book Apartment. Es werden möglicherweise mehr … ich habe jedenfalls diesen Verdacht.

Book & Bed

Die Macher von Book & Bed Tokyo lösten 2015 mit der Eröffnung ihres Bücherhostels im Tokyoter Stadtteil Ikebukuro einen richtigen Boom aus: Ihre Idee war schlicht und einfach, Capsule Hotel-ähnliche Betten in Bücherregale zu packen und drumherum ausreichend Platz zum Lesen zu schaffen. Das Konzept kam so gut an, dass auch die Touristen reihenweise Schlange standen und die 52 Betten des Hauses praktisch nie leer waren. Dann ging es Schlag auf Schlag: 2016 die Niederlassung in Kyoto, 2017 im Tokyoter Stadtteil Asakusa sowie in Fukuoka. Es sieht nicht so aus, als ginge die Liebe zu Bücherhotels so schnell zur Neige, denn — ich habe es nachgerechnet — es sind gerade mal 146 Betten japanweit. Also zu wenig.

Charis Stank hat einen der schönsten Blogartikel über die Nacht zwischen den Büchern geschrieben. Im “tomareru honya” (“Buchladen, in dem man schlafen kann”) sind übrigens auch Kinder willkommen. Tagsüber darf man sich im Hostel auch ohne Bett umschauen. Das Ganze funktioniert dann wie ein Coworking Space mit kostenfreiem Wifi und einer kostengünstigen Rate.

In den Filialen stehen jeweils rund 3.500 bis 5.000 Bücher, auf Japanisch als auch auf Englisch: Reiseführer, Romane, Manga … Es ist einfach alles dabei. So fällt es leicht, den von den Betreibern erwünschten Effekt zu erleben:

What we do offer is an experience while reading a book (or comic book). An experience shared by everyone at least once: the blissful “instant of falling asleep”. It is already 2 am but you think just a little more… with heavy drooping eye lids you continue reading only to realize you have fallen asleep.

Auf den Bildern von Charis konnte ich auch wenigstens ein Buch entdecken, das ich kenne (Tokyo Totem, das irgendwann auch noch hier auf dem Blog auftauchen wird).

2016 entwickelte Book & Bed eine eigene Pyjama-Serie, die man beim Übernachten mieten kann. Kaufen kann man sie eigentlich auch, aber da muss man möglicherweise Geduld haben: Die erste Ladung war innerhalb von 15 Minuten ausverkauft, so heißt es, und mindestens eine Variante der Pyjamas aus den folgenden Produktionen ist, während ich diesen Artikel schreibe, ebenfalls sold out.

Tsutaya Book Apartment

Seit 2017 bietet auch die bekannte Buchhandleskette Tsutaya eine Übernachtungsmöglichkeit an: Tsutaya Book Accomodation. Das mehrstöckige Angebot steht in Shinjuku und hat rund um die Uhr offen. Ganz an die lokalen Besonderheiten angepasst, soll der Komplex auch den Menschen aus der Patsche helfen, denen der letzte Zug nach Hause vor der Nase weggefahren ist.

Unten eine Sake-Bar, weiter oben ein Starbucks. Auch die Rezeption hält einen Kühlschrank mit Getränken bereit. Wer einfach in Ruhe arbeiten will, mietet sich in der Co-working Area ein mit Platz für bis zu 30 Menschen. Laptops oder Tablets kann man gar mieten und wenn Bleistifte oder Papier ausgehen, bietet Tsutaya eine Auswahl von Schreibwaren an. Wer nicht übernachtet, kann bequeme Lounge Wear mieten, mit denen man in zwei wie Wohnzimmern gestalteten Etagen lümmeln kann wie daheim, während die Bücher Seite für Seite umgeblättert werden, teilweise unter urigen Hängepflanzen. Ein komplettes Stockwerk ist ausschließlich für Frauen gedacht mit denselben Features.

Und natürlich kann man im Book Apartment übernachten. Deshalb kommt ja der Tourist. Im Frauenstockwerk gibt es dafür zum Beispiel einen “12 Tatami großen Liegebereich” (ca. 20 Quadratmeter). Für 5.500 Yen kann man 12 Stunden bleiben, Duschennutzung inklusive. Wer übernachten will, muss auf alle Fälle einen Ausweis mit Foto mitbringen.

Seid ihr abflugbereit?

Welche Bücher würdet ihr euch zuerst aus den Regalen pflücken?


Fotos: Book & Bed / R-Store Ltd.

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