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Gratiscomictag 2014. Aufnahme aus dem japanischen Original von Kleine Katze Chi

Gratiscomictag 2014 mit einem Katzen-Manga im Original

Seit Mai 2010 gibt es ihn, den Gratiscomictag in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Entstanden ist er nach dem amerikanischen Vorbild Free Comic Book Day, der bereits seit 2002 existiert. Der Gratiscomictag wurde 2010 von seinerzeit 17 deutschsprachigen Comicverlagen als Gemeinschaftsaktion geplant. Satte 147 Comicläden schlossen sich dieser Aktion an. Die vierte Auflage in diesem Jahr wird erneut begleitet von Gratisheften, die von den Verlagen jeweils extra für diesen Tag gedruckt werden und in den Läden abgeholt werden können. Rund 30 verschiedene Titel stehen  zur Auswahl.

Erfolgreich in Japan

Einer dieser Titel ist die “Kleine Katze Chi” aus dem Hause Carlsen, ein Titel, der laut deren Website erst im Juni 2014 erscheinen wird. Warum ich mir just diese Serie für eine kleine Vorstellung herauspicke, hat einen handfesten Grund. Das japanische Original konnte ich mir wenige Tage vor dem Event besorgen (über dieses Shopping-Ereignis berichte ich später noch). Im Original lautet der Titel “Chi´s Sweet Home” bzw. チーズスイートホーム.

Dank der Website zum Gratiscomictag habe ich eine Ahnung, worum es in der Serie geht. Die junge Katze Chi verläuft sich bei einem Sapziergang mit ihrer Katzenfamilie, findet aber bei Familie Yamada ein neues Zuhause. Der kleine Sohn, der dreijährige Yohei, wird zum wichtigsten Spielkameraden und mit Chi gemeinsam wird die Welt erkundet. Zwei neugierige Dreikäsehochs auf Entdeckungstour.

Manga in Farbe

Zeichnerin und Autorin ist Konami Kanata, die 1958 in der Präfektur Nagano geboren wurde. Ihren ersten Manga veröffentlichte sie 1982 in einem Manga-Magazin, einem weiteren typischen Medium, dass es in Japan neben den hier bekannten Einzelbänden gibt. Auch die Geschichten von Chi erscheinen seit 2004 ebenfalls in einem Magazin namens “Morning” als wöchentliche Fortsetzungsgeschichte. Erst später kamen die Taschenbücher. Inzwischen ist die Serie bereits bei Band 11. Dazwischen gab (gibt?) es auch eine Fernsehserie bei TV Tokyo, die auf den Geschichten von Konami Kanata basiert.

Was an den Chi-Geschichten sofort auffällt, ist die Farbe: Ich hatte schon alle möglichen Mangas in der Hand, aber farbig waren sie alle nicht. Mir persönlich gefällt´s, ich sollte mich nur nicht daran gewöhnen. Carlsen macht sein Titelbild etwas anders auf (sofern es nicht noch geändert wird): Während die Japaner eine traurige Chi sehen, dekoriert die deutsche Ausgabe eine glückliche Katze. Markiert ist der deutsche Comic als Kinderbuch, während das Manga-Magazin “Morning” (meinen Recherchen zu Folge) eher an Erwachsene gerichtet sein soll.

Günstig und gut für Anfänger

Der Originalpreis meiner Ausgabe lag bei 848 Yen, umgerechnet also ca. 6 Euro bzw. 7,30 CHF. Erstanden habe ich mein Exemplar bei book off, einer Buchhandelskette, die sich auf Secondhand-Ware spezialisiert hat. Ganze 108 Yen hat es mich gekostet und da die Läden sehr gut sortiert sind, stehen alle weiteren Bände der Serie (sofern sie im Angebot sind) direkt daneben. Auf diese Weise kann man sich im book off langsam aber sicher (oder auf einen Schlag) große Teile einer Serie besorgen.

Selbst ein so günstiges Taschenbuch besitzt in Japan einen Schutzumschlag und im Fall von Chi gibt es die Möglichkeit, sich ein Stück Schutzumschlag als Lesezeichen abzuschneiden. Was ich freilich nie tun würde!

Obwohl ich derzeit kaum Japanisch kann, komme ich mit Chi ganz gut zurecht: Zum Einen liegt es daran, dass sich die Geschichte oft über die Bilder selbst erzählt (das ist optimal), zum Anderen gibt es ohnehin nicht allzu viel Text (auch sehr gut) und obendrein benutzt der Text so genannte Furigana. Das sind kleine Zeichen, die neben den Kanji stehen und angeben, wie der geschriebene Begriff ausgesprochen wird. Die Kombination aus Furigana und Kanji helfen Anfängern wie mir dann ganz gut bei der Suche im Wörterbuch.

Sollte ich mit der Sprache voran kommen, müssen mir die Mitarbeiter bei book off künftig ein paar Einkaufstüten reservieren.


Foto: Bettina Schnerr

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