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Paris 1966: Passanten lesen den Aushang des Figaro. Foto: Chival (aboutpixel)

Kultur-Geplauder

Was ist eigentlich ein Feuilleton?

Die Existenz des Feuilletons verdanken wir – der Name lässt es vermuten – den Franzosen: Der vermutlich früheste Beleg findet sich 1738, als ein gewisser Abbé Granet in der Zeitschrift Réflexions sur les ouvrages de littérature eine Broschüre besprach. Und das offenbar so erfolgreich, dass er daraus einen eigenen Zeitungsteil machte und in der zugehörigen Anküdigung den Begriff “Feuilleton” verwandte und kommentierte.

Populärer wurde der Begriff später durch das Journal des Débats, das Theaternachrichten und Kritiken in einer Beilage zur regulären Ausgabe veröffentlichte. Diese Beilage kam ebenfalls erstaunlich gut bei den Lesern an und infolgedessen schafften die Neuigkeiten aus dem Theater bald den Sprung ins Hauptblatt. Was das Journal des Débats gestartet hatte, war in den Jahren darauf in nahezu allen Zeitungen zu finden und entwickelte sich zu einer eigenständigen redaktionellen Form.

Besonders populär wurde im frühen 19. Jahrhundert der Feuilletonroman, d.h. der Fortsetzungsabdruck von unterhaltsamen oder spannenden Romanen in mehreren Teilen. Daraus entwickelte sich eine spezielle Form von Romanen, Erzählungen und Novellen: Kurze Spannungsbögen und cliff hanger, offene Schlüsse und erinnernde Wiederholungen. Ungefähr seit Mitte des 19. Jahrhunderts gilt das Feuilleton als eines der fünf klassischen Ressorts einer Zeitung.

Mit “Feuilleton” beschreibt man nach wie vor den Kulturteil einer Zeitung, wo sich die Artikel und Berichte zu Buch, Film und Kunst finden. Darüber definieren es auch viele Geisteswissenschaftler: Über Inhalt, Form oder Haltung. Wäre da nicht ein gewisser Kai Kauffmann, der das Feuilleton über seine “Undefinierbarkeit” definiert. Denn schon längst gelangen auch Themen aus Politik, Wirtschaft, Technik oder Naturwissenschaften ins Feuilleton.


Foto: Chival (aboutpixel)

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