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Hiltrud Leenders, Michael Bay, Artur Leenders – Grenzgänger

Hiltrud Leenders, Michael Bay, Artur Leenders - GrenzgängerDie Krankenschwester José Bruikelaer wird erhängt aufgefunden. Vollkommen unerwartet, am Abend zuvor hatte die lebenslustige junge Frau noch gefeiert. Kurze Zeit später der nächste Todesfall: ein Musiker, gestorben an einer Überdosis. Laut Freundin nahm er aber keine Drogen. Kommissar Toppe kommt ein böser Verdacht: Was, wenn jemand eine Rechnung zu begleichen hat? Und sie es mit einer Serie perfekt getarnter Morde zu tun haben.

Rezension

Eine Einzugsfete nach Toppe-Manier endet nicht nur mit einem grottigen Fußabtreter, der nach Ansicht des Kommissars auf keinen Fall zum Einsatz kommen sollte. Sie endet auch bei einem Bier mit Kollege Norbert van Appeldorn, der gerade von einem Selbstmord zurückkehrt und sich mitten in der Nacht Rückenstärkung holen möchte. Dieser Selbstmord wird die Ermittlungsgruppe rund um Kommissar Toppe in den kommenden Tagen mehr beschäftigen, als gedacht. Denn ein Kollege findet eine Unstimmigkeit, die bei der toten José Bruikelaer eher an Mord denken lässt.

Beim zweiten Todesfall ist schon viel offensichtlicher, dass der Täter getrickst hat, um einen Mord zu vertuschen. Toppe und Kollegen ermitteln im Umfeld der beiden Opfer und suchen die berühmte Verbindung dazwischen. Die lässt sich wohl finden, ist aber so harmlos, dass kein Ansatzpunkt für den gewaltsamen Tod zu erkennen ist. Fragen, Fragen und Fragen … bis sich endlich eine Spur herauskristallisiert, die tragfähig genug für ein Motiv werden könnte.

Ein bisschen flau wird es insgesamt, so meine Bilanz. Der Täter steht irgendwann fest, geht aber nicht ins Netz. Ein saudummer Zufall lässt ihn in die Hände der Polizei fallen. Glück sei der Polizei in allen Fällen grundsätzlich gegönnt, doch nach einem ruhigen Buch mit einem so ruhigen Ende nachzulegen, empfand ich als eine Spur zu lethargisch. Einen echten Aufreger-Part lieferte lediglich ein Ehepaar, das krude Ansichten zu Familienzusammenhalt und Familienspielregeln hat und das sich in den kleinen roten Faden von Erziehung, Solidarität und sozialem Miteinander einreiht.

Der zweite Fall beeindruckte mich nicht so sehr wie die Nummer 1 mit viel Lavendel und vielen Ameisen. Was bleibt, ist ein kleiner Wohlfühlkrimi mit ein wenig Lokalkolorit und ganz guter Unterhaltung aus einer Ermittler-Ära, in der die Computer noch wenig Arbeit abgenommen haben. Was bleibt, ist auch der Vorsatz, spätere Bände auf dem Lesesessel nachzulegen, die in der Regel einiges besser bei den Kennern der Serie abschneiden.

Bibliografische Angaben

Verlag: rororo
ISBN: 978-3-499-25841-1
Erstveröffentlichung: 2012

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