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Regal in einer Buchhandlung in Tokyo; Foto: Bettina Schnerr

Wo gibt es japanische Literatur?

Es gibt ein paar Verlage, die sich um japanische Literatur kümmern. Sie führen im Programm eine gute Anzahl japanischer Autoren oder verlegen die großen Namen, die unter Lesern am gängigsten sind. Insgesamt sind japanische Autoren jedoch über viele Verlage verteilt; einige Verlagshäuser haben sich spezialisiert bzw. verfügen über einen entsprechenden Schwerpunkt im Verlagsprogramm.

Für euch habe ich eine Liste jener Verlage zusammengestellt, die einige der oben genannten Kriterien erfüllen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit). Die Sortierung der Verlagshäuser ist schlicht alphabetisch. Verlinkte Autorennamen führen direkt zu einer der Buchvorstellungen im Blog und werden im Lauf des Specials kontinuierlich erweitert.

  • Angkor Verlag

Der kleine Frankfurter Verlag bietet generell asiatische Literatur an. Zum Programm gehören u.a. Sachbücher zu asiatischer Philosophie, aber auch Romane, die in der “Edition Nippon” versammelt sind. Darunter Seirai Yûichi mit Ground Zero Nagasaki, die Kriminalgeschichten Der klatschende Affe von Nishimura Kyôtarô oder Itsuki Hiroyuki.
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  • Bebra Verlag

In Berlin sitzt ebenfalls ein Verlag, der eine “japan edition” im Programm hat. Zu den Autoren gehören u.a. Foumiko Kometani (Wasabi zum Frühstück), Katsuhiko Takahashi, Natsume Soseki und Miyabe Miyuki mit Feuerwagen, aber auch Hideo Levy, ein US-Amerikaner, der auf japanisch schreibt.
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  • Carlsen

Auch das Haus der Manga-Spezialisten darf nicht fehlen. Hier sind die großen Hits aus Japan daheim, wie z.B. One Piece, Dragon Ball oder Kleine Katze Chi. Parallel erscheinen hier Graphic Novels u.a. von Keiji Nakagawa (Barfuß durch Hiroshima) oder Jiro Taniguchi.
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  • Cass Verlag

Der kleine Verlag spezialisiert sich klar auf japanische Literatur spezialisiert (inzwischen gehört auch koreanische Literatur zum Programm). Die Gründerin Katja Cassing ist Japanologin und fand, es müsse mehr japanische Krimis in Deutschland geben. Zu den Autoren gehören u.a. Arimasa Osawa, Nanae Aoyama und Iori Fujiwara (der Cass-Überraschungserfolg 2017), moderne Klassiker wie Morio Kita und Osamu Dazai, sowie historische Japanbeschreibungen.
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  • Diogenes Verlag

Bei den Schweizern zu Hause sind seit 2015 Fuminori Nakamura und bereits seit den 1990ern Banana Yoshimoto mit inzwischen über einem Dutzend Titeln. Dazu kommen Einzeltitel wie z.B. Doris Dörries Hanami, Paul Coelhos Der Weg des Bogens oder die Japan-Titel der Belgierin Amélie Nothomb.
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  • Dumont Buchverlag

In Köln wird der in Deutschland bekannteste japanische Autor verlegt, Haruki Murakami (die Taschenbuchausgaben erscheinen jeweils bei btb). Im Programm finden sich außerdem mit Natsume Sōseki ein Vertreter der modernen Klassik sowie Durian Sukegawa, dessen Erfolgsroman Kirschblüten und rote Bohnen 2015 verfilmt wurde.
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  • Fischer Verlage

Die Frankfurter müssen dazu, denn sie haben die Werke des Literaturnobelpreisträgers Kenzaburo Oe im Haus. Außerdem gibt es ein kleines zusätzliches Angebot, u.a. Märchen und Sagen aus Japan, Reiseführer wie Japan für die Hosentasche oder ein Neujahrsgruß von Thomas Mann, der in einer japanischen Zeitung veröffentlicht worden war. Im Krimibereich verlegt Fischer Tetsuya Honda.
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  • Haikasoru (englisch)

Die Kalifornier landen in dieser Liste, weil sie einen spezialisierten Imprint führen, der zum Manga & Anime-Verlag VIZ gehört. Hier gibt es japanische Science Fiction und Fantasy sowie zum Ausprobieren auch die eine oder andere Anthologie. Haikasoru veröffentlicht z.B. Miyuki Miyabe, deren Roman Feuerwagen in Deutschland bekannt wurde (s.o. beim Bebra Verlag). Im Special vertreten ist Yuya Sato mit Dendera.
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  • Hanser Literaturverlage

Nur eine Autorin mit einem nennenswerten Veröffentlichungsrahmen haben die Müncher mit Hiromi Kawakami und vier ihrer Titel. Dazu gehören z.B. Herr Nakano und die Frauen sowie Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß. Jener Roman wurde übrigens von Jiro Taniguchi zu einer Graphic Novel umgesetzt (Carlsen Verlag).
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  • Klett-Cotta Verlag

Das deutsche Zuhause von Keigo Higashino ist bei Klett-Cotta. Einen anderen Autoren aus Japan konnte ich im Verlag zwar nicht ausmachen, dafür aber ist Higashino hier inzwischen so gut verwurzelt, dass sukzessive Titel von ihm erscheinen. Beim Veröffentlichungsvolumen von Higashino geht den Stuttgartern so schnell das Material jedenfalls nicht aus.
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  • Liebeskind

Liebeskind verlegt die japanische Schriftstellerin Yoko Ogawa mit zahlreichen ihrer Titel. Dazu kommt der Brite David Peace mit seiner Tokyo-Trilogie (die allerdings seit geraumer Zeit auf den dritten und letzten Teil wartet). Ebenfalls bei Liebenskind erschien Piercing von Ryu Murakami (dessen Bücher über mehrere Verlage verteilt sind).
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  • Philippe Piquier (französisch)

Wer sich auch auf Französisch umtun kann, wird bei diesem Verlag vielleicht fündig. Die Leute aus Arles spezialisieren sich komplett auf Asien und haben z.B. von Hiromi Kawakami weitaus mehr im Programm als ihr deutscher Verlag. Es gibt auch Namen, die ich auf Deutsch noch nicht gefunden habe, wie Ito Ogawa, Kido Okamoto oder Kotaro Isaka.
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  • Septime Verlag

In Wien sind zwei japanische Autoren zu Hause: Da wäre zum Einen der 1996 verstorbene Shusaku Endo, dessen Werk in Japan zu den bedeutendsten zeitgenössichen Schriften zählt. Drei seiner Titel sind beim Verlag auf Deutsch erhältlich. Zum Anderen wäre da Ryu Murakami, ebenso wie Endo ein Akutagawa-Preisträger. Seine bekanntesten Titel sind Coin Locker Babies und Das Casting (was ihr auf Bleisatz unter Audition findet).
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Foto: Bettina Schnerr

5 comments

  1. Der Septime-Verlag ist auf der Liste bereits ergänzt (warum habe ich das eigentlich nicht gleich gemacht?).
    Der Atrium Verlag folgt, wenn die Website des Verlags erneuert ist, damit ich ggf. etwas mehr schreiben kann als nur das, was hier schon in den Kommentaren steht.

  2. Den Cass Verlag hab ich jetzt ganz neu für mich entdeckt. Das aktuellste Buch ist schlichtweg Schuld daran 😀
    Den Angkor Verlag kannte ich noch nicht, da werd ich wohl mal schnuppern gehn :3

    Spontan fällt mit noch der Unions Verlag & Septime Verlag ein. Viele hab ich auch eher durch Zufall gefunden, weil ich auf der Suche nach japanischen Crime Autoren war. Und selbst das ist nicht sooo einfach 🙁
    [Also abseits der bekannten Autoren]

    1. Ja klar, Ryu Murakami und Masako Togawa. Von beiden kenne ich auch je einen Titel. Die sollte ich am Ende vielleicht noch dazu nehmen. Wobei der Unionsverlag in Sachen Japan derzeit recht ruhig ist (der letzte Togawa kam 2012), Septime ist da offenbar munterer.

      Cass hatte ich durch Arimasa Osawa kennen gelernt. Die Chefin ist mir alleine dadurch schon sympathisch, weil sie als Gründungsgrund einmal angegeben hatte, es gebe zu wenig japanische Kriminalliteratur in Deutschland. Damit rennt sie hier natürlich offene Türen ein 😉

      Im Special wechsle ich hin und wieder ins Englische. “Dendera” (Buchvorstellung kommt Ende der Woche) ist so ein Beispiel und “64” auch. Letzteres hatte ich mir auf Englisch gekauft, weil ich nie damit gerechnet hätte, dass der Titel so schnell nach Deutschland kommen würde – zack, kaum liegt er daheim, ist es soweit …

      1. Ich hab hier auch noch englische Bücher liegen. Die schieb ich gerade etwas vor mir her *räusper*

        Deine Bemerkung zum Cass Verlag, mach ihn mir gleich noch viel sympathischer 😀
        Oft liegt es aber auch an fehlenden Übersetzern. Was ich recht schade finde.

        Ryu Murakami ist aktuell mein Liebling unter den japanischen Autoren und ich freu mich schon auf “Coin Locker Babys”, was hier schon seit einem Jahr auf dem SUB liegt 😀

        Welches Buch mit “64” meinst du? Also wie heißt der Autor?

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